…ein Satz, der uns immer dann begegnet, wenn etwas völlig unrealistisch und unglaubwürdig erscheint. Im Evangelium des 6. Sonntags im Jahreskreis begegnen wir so einer unrealistischen Situation, denn es scheint so, als wäre Jesus verrückt geworden. Die Botschaft, die er ...
…ein Satz, der uns immer dann begegnet, wenn etwas völlig unrealistisch und unglaubwürdig erscheint. Im Evangelium des 6. Sonntags im Jahreskreis begegnen wir so einer unrealistischen Situation, denn es scheint so, als wäre Jesus verrückt geworden. Die Botschaft, die er seinen Zuhörern zumutet, stellt die gängigen Wertvorstellungen der damaligen Zeit auf den Kopf. Und auch heute fordert uns das Programm Jesus, wenn wir es wirklich ernst nehmen, in gleicher Weise heraus.
In Lukas 6, 17 f wird erzählt, dass Jesus vom Berg herabsteigt und in der Ebene Halt macht – dort wo die Armen und Kranken sind. Jene, die Heilung und Rettung suchen. Genau ihnen verkündet er, wie das Reich Gottes, wo Heil und Erlösung ist, erreichbar wird. Er spricht sie nicht von oben, etwa von einer Anhöhe herab, sondern auf Augenhöhe, spürbar nahe.
Die vier Seligpreisungen und die darauffolgenden vier Weherufe fordern uns auf, statt des einfachen, schnell froh machenden Weges, den ewig bleibenden, seligmachenden zu wählen:
Da finden nicht die Reichen, materiell Abgesicherten zum Glück, sondern die, die nichts haben und die sich somit nicht verbissen an Besitz und Vermögen klammern können. Sie haben Herz und Hände frei, um sich von Gott beschenken zu lassen und das Erhaltene mit anderen zu teilen.
Auch die Satten werden nicht selig, sondern ausgerechnet die, die Hunger haben, weil es für sie noch etwas gibt, das zu erwarten und zu ersehnen sich lohnt. Wer satt und voll ist, braucht auch Gott und sein heilbringendes Angebot nicht.
Weiter verspricht Jesus, dass die, die jetzt weinen, lachen werden und die, die jetzt lachen, dann weinen. Jesus selbst ist genau diesen Weg gegangen: durch Leid und Kreuz hat er den Tod besiegt und ist auferstanden. Dadurch kann auch für uns nichts mehr wirklich endgültig schiefgehen. Weil wir durch ihn erlöst sind, dürfen wir befreit leben und uns freuen.
Wer ein Leben mit Jesus führt, riskiert es zum „Outsider“ zu werden, weil vieles davon – damals wie heute – nicht den Bestrebungen der vorrangigen Gesellschaft entspricht. Genau die Ausgesto- ßenen und Verrufenen nennt Jesus selig, denn es lohnt sich nicht im „Mainstream“ mit zu schwimmen, sondern sich an dem zu orientieren, was er uns vorgelebt hat. Schenken wir seiner Botschaft Glauben!
Die Seligpreisungen des Lukasevangeliums fordern uns in ihrer Radikalität heraus, unseren Lebenskompass immer wieder neu auf die Botschaft Jesu auszurichten.
Und das Versprechen Jesu gilt: Wer‘s glaubt wird selig!
Gabriele Holzinger
Heimleiterin im Bezirksaltenpflegeheim Schladming