Am sogenannten Hirtensonntag, dem 4. Sonntag der Osterzeit, ist das Evangelium kurz und beginnt mit dem Satz: Meine Schafe hören auf meine Stimme, ich kenne sie und sie folgen mir.
Das biblische Bild vom guten Hirten spricht mich an. Besonders das liebevolle Suchen des verlorenen ...
Am sogenannten Hirtensonntag, dem 4. Sonntag der Osterzeit, ist das Evangelium kurz und beginnt mit dem Satz: Meine Schafe hören auf meine Stimme, ich kenne sie und sie folgen mir.
Das biblische Bild vom guten Hirten spricht mich an. Besonders das liebevolle Suchen des verlorenen Schafes und die Freude des Hirten, wenn er sein Schaf gefunden hat. Er sagt, wir können ihn hören. Und wir sollen ihn hören. Wir kennen seine Stimme. Er kennt uns und wir kennen ihn. Ist das so? Lebe ich so? Hörend, mich nach Jesus, meinem guten Hirten, ausrichtend? Ist es mein erstes und wichtigstes Anliegen, IHM, der mich kennt und dem ich ja folge, zuzuhören? Wie kann ich ihm folgen, wenn ich nicht zuhöre, was er mir sagen will? Nehme ich mir Zeit, meinem Hirten zuzuhören? Und bin ich bereit, zu tun, was ich in der Heiligen Schrift und in meinem persönlichen Gebet höre?
Meine Mutter liest diese Zeilen und fragt mich: WIE hörst DU Jesus? Ich erzähle ihr: Weißt du, ich werde still, mache mir bewusst, dass Jesus bei mir ist und sage „Jesus, du bist mein Herr und mein Gott. Danke, dass du da bist. Danke, dass du mir sagst und zeigst, was dir wichtig ist. Mein Tag soll so sein, wie du es willst. Hilf mir, zu verstehen, was du mir sagen willst.“ Und dann warte ich und vertraue IHM, und ER antwortet mir wie ER will. Es geschehen zum Beispiel Begegnungen, mir fallen Gedanken ein, ich finde Antworten in der Bibel, es ist sehr spannend. Besonders, wenn es nicht so kommt, wie ich erwartet hätte.
In Rom hat diese Woche das Konklave zur Wahl eines neuen Papstes stattgefunden. Dabei wird von den Kardinälen erwartet, dass sie auf die Stimme Jesu Christi hören, bevor sie wählen. Wir dürfen vertrauen, dass diese Ausrichtung auf das Hören ihr erstes und wichtigstes Anliegen ist, dass sie beten und der Stimme des guten Hirten, der sein Leben für uns gegeben hat, Raum geben. Viel Raum. Allen Raum.
Und welche Freude, wenn das Hören zu einem Ergebnis geführt hat und ein neuer menschlicher Hirte für die Weltkirche durch das gemeinsame hörende Gebet gefunden worden ist. Wenn Sie diese Zeilen lesen, kennen wir vielleicht schon seinen Namen. Er hat JA gesagt, sich rufen zu lassen, und weißer Rauch ist aus dem Kamin der Sixtinischen Kapelle aufgestiegen, um der Welt mitzuteilen: Wir haben einen neuen Papst. Er folgt der Stimme, die ihn gerufen hat, tritt hinaus auf den Balkon und spricht seine ersten Worte als neuer Nachfolger im Amt des Petrus. Wenn Gottes Wille Wirklichkeit wird, kann so viel Gutes entstehen.
Meine Zuversicht für diese Welt und für uns alle hat einen Grund: Jesus ist da. Er ist auferstanden. Er lässt uns nicht allein. Er führt uns und lässt uns erkennen, was er uns sagen will. Jesus, ich will mich neu entscheiden, dem Hören auf deine Stimme in meinem Alltag Raum zu geben. Viel Raum. Allen Raum.
Barbara Kabas