Eine bunte Gesellschaft
Unsere Welt ist bunter geworden. In den letzten Jahrzehnten kleiden sich in der Mode viele leuchtend und knallig. Die Menschen waren immer verschieden, jetzt zeigen sie es auch nach au- ßen. Wie gut ist es, dass wir Menschen verschieden sind: Wie ...
Eine bunte Gesellschaft
Unsere Welt ist bunter geworden. In den letzten Jahrzehnten kleiden sich in der Mode viele leuchtend und knallig. Die Menschen waren immer verschieden, jetzt zeigen sie es auch nach au- ßen. Wie gut ist es, dass wir Menschen verschieden sind: Wie gut tut es einer Versammlung, dass nicht alle dasselbe denken, sondern Vielfalt eine Rolle spielt.
Wir hören im Evangelium, dass Jesus zwölf Apostel auswählte. Von den meisten wissen wir fast nichts, auch wenn heute noch viele ihren Namen tragen. Aber offensichtlich waren die zwölf ein bunter „Haufen“: vier Fischer, ein reicher Mann (Levi), ein Zelot (dh: ein Extremist), ein (untreuer) Verwalter, zwei Donnersöhne (dh: Hitzköpfe), ein Zweifler (Thomas), ein Frager (Philippus) und ein Skeptiker (Nathanael). Heute umgeben uns auch viele Menschen, die bunt und verschieden sind – wie die Apostel damals Jesus. Da gibt es sicher auch Reiche und Arme, Schnelle und Langsame, Gutgläubige und Zweifler.
Die Evangelien erzählen, dass es Jesus nicht immer leicht gehabt hat mit seinen Zwölfen, aber er hat beharrlich mit ihnen gearbeitet und versucht, ihnen etwas vom Reich Gottes beizubringen.
In unserem Leben wird vieles leichter, wenn wir uns an den Verschiedenheiten und Fremdheiten der Nächsten nicht ärgern, sondern freuen. Jeder kann etwas auf seine Weise für unsere Welt – für die Kirche – beitragen. Wie Jesus sogar den Judas, der ihn verriet, eine Chance gab, so sollten auch wir bereit sein, im mitmenschlichen Bereich Risiken einzugehen. Vollständige Kontrolle und Übersicht würgt bald das Leben ab – im Staat und in der Kirche, in allen Bereichen.
Wenn wir das nächste Mal auf die Straße gehen, bunte Farben und unbekannte Gesichter sehen, fremde Sprachen hören, denken wir daran: Jesus hatte in seinen zwölf Aposteln auch eine bunte Gesellschaft, jeder hatte etwas dazu beigetragen auf seine eigene Weise.
Versuchen wir Vielfalt in der Einheit zu leben durch das Wirken des Heiligen Geistes – am meisten ist die Buntheit der Kirche für mich am Petersplatz in Rom erfahrbar.
Ich wünsche eine gesegnete Woche!
Abt Mag. Gerhard Hafner