WORT ZUM SONNTAG
22.05.2026 Wort zum SonntagJesus spricht: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.
Johannes 6, 35
Brot, das ist das Grundnahrungsmittel schlechthin. Unzählige Sorten gibt es davon in ...
Jesus spricht: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.
Johannes 6, 35
Brot, das ist das Grundnahrungsmittel schlechthin. Unzählige Sorten gibt es davon in unseren Bäckereien: helle und dunkle, runde und eckige, dicke und dünne. 41,5 kg Brot pro Jahr beträgt der durchschnittliche Brotverbrauch pro Kopf in Österreich (Gebäck noch nicht eingerechnet). Das macht im Schnitt 80 dag Brot pro Woche und 11 dag pro Tag. Brot ist also essenziell, wo es fehlt, leiden Menschen Hunger. Jesus weiß um diese Not und vollbringt immer wieder Speisungswunder. So etwa im Vorfeld unseres Verses oben. Mit nur fünf Broten und zwei Fischen sättigt er 5000 Männer. Das beeindruckt! So sehr, dass die Menschen ihn zum König küren wollen: Endlich einer, der was kann! Der ist unser Mann! Dann sind wir glücklich, dann geht‘s uns gut. Doch Jesus lässt das nicht mit sich machen. Er entweicht, zieht sich zurück. Warum? Jesus will nicht unser Wunscherfüller sein. Er will nicht einfach ab und zu dafür da sein, um uns aus der Patsche zu helfen oder unser Leben angenehmer und schöner zu machen. Nein, er möchte einen tieferen Hunger in uns stillen, den Hunger nach Leben, nach ewigem Leben. Irdische Speise kann das nicht bieten, sie ist vergänglich. Sie hält ein paar Stunden an, dann ist sie verbraucht und wir benötigen wieder Nachschub. Das betrifft das Essen, aber auch sonst alle Freuden, die uns diese Welt geben kann: z.B. macht Erfolg wohl auch glücklich, aber eben nur vorübergehend, die Freude darüber währt nicht ewig. Bald schon braucht es wieder ein neues Erfolgserlebnis. Und so jagen viele Menschen von einem zum anderen, immer auf der Suche, satt zu werden, erfüllt zu sein. Der Hunger nach echtem Leben, nach ewigem Leben aber wird nicht gestillt. Jesus sagt deshalb: Ihr braucht das Brot des Himmels, das Brot Gottes, das Brot des Lebens. Und dann spitzt er es zu: Ich bin dieses Brot. Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.
Eine gewaltige Aussage. Denn letztlich sagt Jesus damit: ich bin Gott und ihr werdet nur bei mir satt!
Um das nachvollziehen zu können, müssen wir hier mit jüdischen Ohren hören. Diese erkannten sofort: das „Ich bin“, das Jesus hier verwendet, ist nicht zufällig. Es steht betont und müsste eigentlich folgenderma- ßen übersetzt werden: ich, der ich bin. So zeigt sich: hier klingt der alttestamentliche Gottesname an: Ich bin, der ich bin: Jahwe.
Jesus sagt also: Ich bin Gott und deshalb auch das Brot des Lebens. Und so kann er uns zu sich einladen, uns auffordern: Nehmt mich in euch auf!
Das Spannende beim Brot ist ja: wir essen es und erfahren damit seine lebensspendende Kraft. Und so auch bei Jesus: indem wir zu ihm kommen und uns auf ihn einlassen, ihn in unser Leben lassen, erfahren wir seine Kraft. Testen Sie es aus! Bitten Sie ihn, in Ihr Leben zu kommen und empfangen Sie erfülltes, ewiges Leben.
Mag. iur. Friedrich Rößler MTh, Pfarrer
