Feiertag… und du…
In den Monaten Mai und Juni gibt es einige Feiertage. Staatliche, vor allem aber kirchliche. Feiertage wurden eingeführt, um aus dem Alltagstrott herauszukommen, stehen zu bleiben, über ein wichtiges Ereignis nachzudenken und zu ...
Feiertag… und du…
In den Monaten Mai und Juni gibt es einige Feiertage. Staatliche, vor allem aber kirchliche. Feiertage wurden eingeführt, um aus dem Alltagstrott herauszukommen, stehen zu bleiben, über ein wichtiges Ereignis nachzudenken und zu feiern. Jeder Feiertag hat eine Bedeutung, einen tieferen Hintergrund. Wie und wer hat in Westeuropa unsere Kultur so aufgebaut, damit wir so leben können wie heute? Wer hat die ersten Kindergärten eingerichtet, die ersten Schulen, Krankenhäuser und Pflegeheime? Warum ist Österreich neutral? Wenn man die Vergangenheit kennt, kann man in der Gegenwart Entscheidungen treffen, die für die Zukunft gut sind.
Viele junge Eltern können heute ihren Kindern die Bedeutung der einzelnen Feiertage nicht mehr erklären, weil sie es nicht mehr wissen. Für viele sind diese Tage nur mehr Freizeit, gut für die Tourismuswirtschaft. Für die übrige Wirtschaft ist es schlecht, weil sie die freien Tage der Arbeitnehmer zahlen müssen. Alte Traditionen werden immer weniger, z.B. wo an Staatsfeiertagen die Fahnen vorm Haus hängen oder festlich gekleidete Menschen in einer Prozession gehen und bezeugen: Jesus ist der Herr.
Im vorigen Jahr begegneten mir bei meinem Kirchgang zum Palmsonntag drei österreichische Männer. Der erste ging mit seinen beiden Töchtern Schifahren, ein Stück weiter reinigte ein Mann mit dem Kärcher seine Terrasse und ein junger Mann ging mit seiner Freundin Joggen. Der traditionelle Gottesdienst zum Palmsonntag ist wohl nicht so wichtig. Aber ein Teil der Österreicher behauptet, „DIE“ Ausländer machen unsere Kultur kaputt. Ich glaube „DIE“ Ausländer kommen in unser Land und leben einfach ihre Kultur. Immer mehr Österreicher machen unsere Kultur selbst kaputt, weil diese von immer weniger Österreichern gelebt wird.
Auch wenn im Christentum viele schreckliche Fehler passiert sind, überwiegen doch die guten Seiten. Es zahlt sich aus, Jesus Christus zu suchen, ihn als Herrn anzunehmen und eine Kultur des Friedens und der aktiven Nächstenliebe zu leben. Füllen wir die staatlichen Feiertage wieder mit Dankbarkeit, dass wir in einer Demokratie leben dürfen. Nur wenige Autostunden vom Ennstal entfernt ist schon eine ganz andere Situation. Legen wir in die kirchlichen Feiertage die Sinnfrage hinein, glauben wir nur an irgendeinen Gott oder haben wir eine lebendige Beziehung zu Gott dem Herrn, der uns nicht fremd sein will. Das Wort zum Sonntag: Versuchen wir stehen zu bleiben, um nachzudenken.
Ein aufbauendes Wochenende wünscht Ihnen
Manfred Riemelmoser
Schladming