WORT ZUM SONNTAG
08.05.2026 Wort zum SonntagSind wir auf dem Weg Jesu unterwegs?
In der Ramsauer Kulmkirche steht am Hochaltar auf der linken Seite die lebensgroße Statue des hl. Ignatius von Loyola, dem Gründer des Jesuitenordens – auf der rechten übrigens die seines Weggefährten, des hl. ...
Sind wir auf dem Weg Jesu unterwegs?
In der Ramsauer Kulmkirche steht am Hochaltar auf der linken Seite die lebensgroße Statue des hl. Ignatius von Loyola, dem Gründer des Jesuitenordens – auf der rechten übrigens die seines Weggefährten, des hl. Franz Xaver. Ich möchte hier aber nicht auf die Tätigkeit der Jesuiten in der Zeit der Gegenreformation eingehen, sondern auf die Bedeutung des hl. Ignatius als geistlichen Begleiter (Exerzitien des Ignatius); wobei es ihm bei den „Geistlichen Übungen“ um die „Unterscheidung der Geister“ geht. Jesus hat uns dafür die Zusage gegeben, den Heiligen Geist zu senden. Darum geht es sowohl in der Lesung an diesem 6. Sonntag der Osterzeit aus der Apostelgeschichte: „Dann legten sie ihnen die Hände auf und sie empfingen den Heiligen Geist“ (Apg 8,17), als auch im Evangelium: „Und ich werde den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll, den Geist der Wahrheit, …der in euch sein wird.“(Joh 14, 16-17).
Wie wichtig die „Unterscheidung der Geister“ ist, zeigt sich täglich im Umgang miteinander, in der Familie, in der Gesellschaft, in Politik, Wirtschaft und auch in der Kirche. Gerade da gibt es die permanenten Bremser, die alles so belassen wollen, wie es ist und „immer schon gewesen ist“. Und auf der anderen Seite die, die unter Berufung auf den Heiligen Geist egoistische Ziele verfolgen, die aber oft gar nicht mit dem Evangelium zusammenpassen.
Bei unseren Pfarrgemeinderat-Sitzungen – und das gilt eigentlich für jede Art von Zusammenkunft und Diskussion – sollten wir uns die Frage stellen, ob wir mit unseren Einstellungen und mit dem, was wir planen, auf dem Weg Jesu unterwegs sind, dem Weg der Nächstenliebe, der Offenheit anderen und deren Meinung gegenüber; ob wir nur an Althergebrachten festhalten oder offen sind / uns öffnen für die Herausforderungen der Zeit, ob wir den Mut haben, den synodalen Weg, den uns die Päpste Franziskus und Leo aufgetragen haben, mitzugehen; ob wir uns bewusst sind, dass wir ALLE „zu einem Königreich und zu Priestern“ (Offb 5,10) berufen sind. Vielleicht müssen wir unser möglicherweise traditionelles (antiquiertes) Priesterbild hinterfragen. Ich glaube, es lohnt sich jede Sitzung, egal wo, mit der Bitte um den Heiligen Geist zu beginnen. Jede und jeder sollte sich fragen: Wieviel Verantwortung kann und möchte ich für unsere Pfarre, unseren Seelsorgeraum übernehmen? Das sind gleichzeitig wichtige Überlegungen auch schon in Hinblick auf die PGR-Wahlen im nächsten Frühjahr.
Ich empfehle dir zum Schluss:
Komm nach Kulm zum hl. Ignatius,
halte dort ein wenig Stille,
um zu spüren, was Gottes Wille,
und bete zum Heiligen Geist,
dass er den rechten Weg dir weist.
Einen Hinweis gebe ich dir noch mit:
schau dir auch die Fresken an,
ein wirklich heißer Tipp!
Wolfgang Suntinger
