Meister sein
Haben Sie schon einmal als Erwachsener versucht, Ihren Kindern, Neffen oder Enkeln bei den Schulaufgaben zu helfen, und dabei gemerkt, dass Sie von dem neuen Mathematik-Chinesisch gar nichts verstehen? Gehören Sie auch zu denen – wie ich –, die ...
Meister sein
Haben Sie schon einmal als Erwachsener versucht, Ihren Kindern, Neffen oder Enkeln bei den Schulaufgaben zu helfen, und dabei gemerkt, dass Sie von dem neuen Mathematik-Chinesisch gar nichts verstehen? Gehören Sie auch zu denen – wie ich –, die sich vom Patenkind zeigen lassen müssen, wie Ihr Computer funktioniert?
Am Schluss des heutigen Evangeliums steht ein Satz, der Christus als guten Meister charakterisiert: „Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich tue, auch selbst tun, und er wird größere als diese tun, weil ich zum Vater gehe.“ Wir sollten Größeres tun als der Sohn Gottes? Geht das überhaupt? Oder wir fragen anders: Wo werden in unserer Zeit wunderbare Brotvermehrungen vollbracht und unheilbare Krankheiten geheilt? Offenbar meint Christus mit größeren Werken nicht unbedingt äußere Wunder. In der Tat sind innere Wunder – wenn es darum geht, einen Menschen in seinem Herzen aufzuschließen, Verstrittene zur Versöhnung hinzuführen, die Versuchungen zu Macht und Reichtum zu überwinden – viel schwieriger.
Ein Wunder ist gleichsam die Sache einer Sekunde, jemanden ein halbes Leben pflegen und ertragen, gehört schon zu einer anderen Kategorie. Es ist kein Wunder und vielleicht doch ein größeres Werk! Christus sagt als Begründung, dass wir grö- ßere Werke tun werden: „Denn ich gehe zum Vater. Er will uns also unterstützen. In der Kraft des auferstanden Jesus Christus wachsen wir über uns selber hinaus. Vielleicht denken wir daran, wenn wir vor der nächsten Herausforderung stehen: Christus ging zum Vater und wird uns helfen, große und größere Werke im Alltag zu vollbringen.
Ich wünsche einen gesegneten Sonntag und eine gesegnete Woche!
Herzlich,
Abt Gerhard
Admont