Dankbarkeit
„Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“ (Psalm 103,2)
Warum, wofür sollen wir dankbar sein? Viele unserer Mitmenschen haben offenbar verlernt zu danken. Sie nehmen die positiven Seiten ...
Dankbarkeit
„Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“ (Psalm 103,2)
Warum, wofür sollen wir dankbar sein? Viele unserer Mitmenschen haben offenbar verlernt zu danken. Sie nehmen die positiven Seiten unseres Lebens einfach als gegeben hin. Funktioniert etwas nicht so wie sie es wollen, wird geschimpft, gejammert und die Schuld auf jemanden geschoben. Ein Nachdenken, warum es zu diesem negativen Ereignis im Leben gekommen ist, wird meist ignoriert. Diese Menschen haben ein einfaches Mittel, um zufrieden und glücklich zu sein, vergessen: die Dankbarkeit. Dabei sollte das für uns alle zum Alltag gehören.
Unser Leben ist geprägt von positiven Aspekten: Wir leben in einem Land, in dem Friede ist; wir haben ein Sozial- und Gesundheitssystem, das uns in Krisen auffängt; unsere Kinder müssen/ dürfen eine Schule besuchen; wir leben in Wohlstand; wir alle dürfen uns offen zu unserem Glauben bekennen! Dafür und für viele kleine, oft in der Hektik des Alltags nicht bemerkte Kleinigkeiten müssen wir wieder lernen dankbar zu sein. Ein dankbarer Gedanke richtet unseren Blick weg von egoistischen Wünschen und negativen Einflüssen. Dankbarkeit hilft uns seelisch gesund zu bleiben, lenkt unser Denken hin zum Positiven. Unsere Religion bietet viele Möglichkeiten, Gott zu danken, ihn zu loben. Morgens ein kurzes Innehalten und die Bitte um einen guten Tag und abends ein Moment der Einkehr und Ruhe, um für den Tag und die Erlebnisse zu danken. Dankbarkeit sollte für uns eine Lebensweise sein, die ganz natürlich aus unserem Herzen und unserem Mund fließt.
In Notsituationen lernen viele Leute wieder beten und flehen zu Gott. Meist wenden sie sich dann enttäuscht ab, weil ihre Wünsche nicht so erfüllt werden, wie es ihren Gedanken entspricht. Negative Ereignisse lehren uns den Blickwinkel zu ändern, neue Ziele zu suchen und für das, was war, dankbar zu sein. Haben wir aber verlernt uns mit Demut zu bedanken, ist der Weg zum inneren Frieden sehr schwierig. Aber gerade darin liegt eine Chance, den Weg zum Glauben an Gott wiederzufinden.
Regina Höfer