Immer wieder höre ich in diesen Winterwochen von Menschen, denen die Sonne fehlt. Die darunter leiden, wenn es längere Zeit nebelig ist. Das geht so weit, dass sie sich zurückziehen und ihnen die Lebensfreude fehlt. In den Medien gibt es dafür das Wort ...
Immer wieder höre ich in diesen Winterwochen von Menschen, denen die Sonne fehlt. Die darunter leiden, wenn es längere Zeit nebelig ist. Das geht so weit, dass sie sich zurückziehen und ihnen die Lebensfreude fehlt. In den Medien gibt es dafür das Wort „Winterblues“. Medizinisch lässt sich dieses Phänomen erklären. Einfach gesagt, es fehlt das Tageslicht. Die Sonne. Im Evangelium geht es diese Woche auch um Licht und Dunkelheit. Jesus verlässt darin seine Heimatstadt und geht in das Gebiet von Sebulon und Naftali. Für uns sind das zwei fremdklingende Wörter. Die Juden zur Zeit Jesu verbinden mit diesen Namen ein verlorenes Land, Trost- und Hoffnungslosigkeit. Genau dieses Gebiet wurde als erstes von den feindlichen Assyrern vernichtet. Dort möchte niemand sein. Und Jesus geht zu Beginn seines Wirkens genau in diese Gegend.
Jeder und jede von uns kennt Begriffe, Orte oder auch Menschen, die wir mit schlechten Erfahrungen, mit Verletzungen verbinden. Manches will man einfach nur hinter sich lassen und nichts mehr damit zu tun haben.
Der Prophet Jesaja prophezeit aber gerade der Gegend um Sebulon und Naftali, denen die im Schattenreich des Todes wohnen, dass ein helles Licht erscheinen wird. Dieses Licht ist Jesus Christus. Er geht bewusst dorthin, wo alles verloren scheint.
In den Weihnachtsliedern haben wir immer wieder genau davon gesungen, dass das Licht Gottes in die Welt kommt. Es wird ganz konkret in einem Menschen geboren. Aber was heißt „Jesus Christus ist das Licht“? Theologisch bedeutet das, Jesus hat den Menschen den Weg zu Gott neu eröffnet, den Weg des Lebens. Licht ist immer ein positives Bild. Es steht für die Hoffnung, dass die Dunkelheit um uns herum vertrieben wird. Es meint nicht, dass plötzlich alles gut ist. Jesus geht mit den Menschen mit. Er wendet sich ihnen in schwierigen Situationen zu und verbessert diese. Er schnippt nicht mit dem Finger und alles ist schlagartig perfekt. Jesus zeigt uns, wie wir für andere Licht sein können. Jedes „es tut mir leid“, „ich verzeihe dir“, „kann ich dir helfen?“, „ich liebe dich“ bringt Licht in das Leben eines anderen. So können wir den Winterblues um uns herum vertreiben.
Rut Sattinger
Pastoralreferentin