WORT ZUM SONNTAG
09.01.2026 Wort zum SonntagDu bist herzlich willkommen!
Wie wohltuend, wenn ich spüre: Ich bin herzlich willkommen. Wie befreiend, wenn ich erlebe: Ich werde herzlich angenommen, so wie ich von Gott erschaffen bin. Wie freisetzend, wenn ich merke: Ich bin herzlich eingeladen, mich mit meinen ...
Du bist herzlich willkommen!
Wie wohltuend, wenn ich spüre: Ich bin herzlich willkommen. Wie befreiend, wenn ich erlebe: Ich werde herzlich angenommen, so wie ich von Gott erschaffen bin. Wie freisetzend, wenn ich merke: Ich bin herzlich eingeladen, mich mit meinen Begabungen einzusetzen. Es gibt verschiedene Orte, an denen wir dies gerne erfahren möchten: Gerade Partnerschaft, Familie und Kirche sollten solche Orte sein. Es gibt verschiedene Zeiten, an denen wir dies hören möchten: Besonders Weihnachten, Neujahr und Ostern könnten solche Zeiten sein.
Jesus hat dieses herzliche Willkommen hautnah erfahren, als er mit 30 Jahren im Jordan getauft wurde. Er hat zuerst erlebt, wie der Himmel sich über ihn öffnete und der Geist Gottes wie eine Friedenstaube auf ihn herabkam. Dann hörte er Gottes Stimme: Du bist mein geliebter Sohn. An dir habe ich große Freude.
Auch unsere Taufe ist ein solch großes herzliches Willkommen Gottes an uns: Bereits als Embryo im Mutterleib nimmt Gott uns in sein großes Herz hinein. Mit dem ersten Herzschlag schlägt Gottes Herz für uns. Die Taufe ist hierfür ein spürbares Zeichen genau dieser Willkommenskultur Gottes: Ich bin geplant, gewollt, geliebt und angenommen von Gott für alle Zeiten.
In der Taufe können wir dies auch spüren: Gott sagt Ja zu uns. In der Taufe werden wir eingetaucht in die Liebe Gottes. So wie Gewand, das in Farbe eingetaucht, die Farbe annimmt, genauso färbt die Liebe Gottes in der Taufe bei uns ab: Gottes Liebe ist auf unserer Haut unsichtbar und unauslöschlich eintätowiert so wie unsere Namen in Gottes Hände unauslöschlich eintätowiert sind. So wird die Liebe Gottes wie eine zweite Haut für uns: Eine unsichtbare Haut, die uns schützt, eine unsichtbare Haut, die uns atmen lässt, aufatmen lässt, damit wir aufblühen, aufleben und uns entfalten können. Denn Gott ist für uns wie eine Mutter und wie ein Vater, der uns immer annimmt, aber auch mit seiner Liebe prägen wird. Leider geht das im Alltag oft unter. Daher kann es guttun, sich immer wieder daran zu erinnern: Ich bin getauft. Ich gehöre zu Gott. Ich bin Teil der großen Gottesfamilie. Nichts und niemand kann mich von Gottes Liebe zu mir persönlich trennen. Eine solche Tauferinnerung ist täglich möglich.
Am kommenden Sonntag, wenn wir in unseren Gottesdiensten die Taufe Jesu bedenken, können wir zu Hause eine Kerze anzünden und Gott bitten: Schenke mir im neuen Jahr einen offenen Himmel über mir. Öffne über mir deinen Himmel. Beschenke mich mit deiner Gerechtigkeit und deinem Frieden in diesem Jahr. Mache mich zu einem leuchtenden Stern deiner Liebe, damit sich Gottes Gerechtigkeit und Frieden durch meine Worte und mein Verhalten mitten im Alltag einander freundlich begegnen, umarmen und küssen können.
So wünsche ich uns allen, dass wir täglich aus der Taufe heraus leben und einander sagen können: Du bist herzlich willkommen im Herzen Gottes.
Euer evangelischer Pfarrer aus Gröbming
Lic. Theol. André Manke
