WORT ZUM SONNTAG
11.04.2025 Wort zum SonntagDie Hoffnung stirbt auch nicht zuletzt!
Hoffnung ist existenziell für uns Menschen. Erfüllte Hoffnung führt zu Erfolg, Befriedigung und Glücksgefühlen, Enttäuschte Hoffnung dagegen zu Niedergeschlagenheit und Depression, andauernde ...
Die Hoffnung stirbt auch nicht zuletzt!
Hoffnung ist existenziell für uns Menschen. Erfüllte Hoffnung führt zu Erfolg, Befriedigung und Glücksgefühlen, Enttäuschte Hoffnung dagegen zu Niedergeschlagenheit und Depression, andauernde Hoffnungslosigkeit bis zur Lebensaufgabe.
In unserem unterschiedlichen Menschsein begleiten uns diese Hoffnungsschwankungen den ganzen Lebensweg. War es meine grundgelegte unbewusste Hoffnung durch das Schreien als Säugling Nahrung zu bekommen.
Später als heranwachsendes Kind das ich aus Geldknappheit nicht das bekommen konnte, was bei Anderen zur Selbstverständlichkeit gehörte. Oder die Enttäuschungen des nicht erwiderten Verliebtseins. Bis zum Gefühl der Hoffnungslosigkeit die eine übergangene Grippe mit darauffolgendem Nierenversagen auslöste. Medizinisch bereits genesen, psychisch krank gab es nichts Positives mehr. Das Kreuz an der Wand drückend, keine Kraft für das Gebet, der Besuch des Pfarrers eher belastend – die Hoffnung nicht gestorben – aber gottseidank nur scheintot. Ein herzkranker Patient, dem ich vorher und nachher nie mehr begegnet bin, wurde zum Impulsgeber neuer Hoffnung. Im Biographie-Rückblick überwiegt die positive Hoffnungsbilanz als Erfolgsgeschichte, die auch Wert und Sinn der unerfüllten Hoffnungen erkannt hat. Der Ausspruch: Die Hoffnung stirbt zuletzt ist prinzipiell in schwierigen Lagen motivierend. Er suggeriert: Ich gebe nicht auf. Tatsache aber ist, das Leben in dieser Welt müssen wir einmal aufgeben und mit dem Tod die Hoffnung – nicht für Christen.
Denn sie glauben an die Botschaft von Ostern, die da lautet: Die Hoffnung stirbt auch nicht zuletzt! Mit dem Palmsonntag, an dem die Christenheit den umjubelten Einzug Jesu in Jerusalem feiert beginnt die Karwoche. Große Erwartungen setzten Alle, die von seiner Botschaft fasziniert waren auf die Zukunft. Das Reich Gottes sollte Wirklichkeit werden, in dem Wahrheit, Gerechtigkeit und Friede herrschen. Doch das Gegenteil tritt ein. Es folgen Tage der Enttäuschungen, bis die Hoffnung zuletzt am Karfreitag stirbt. Sie stirbt also doch zuletzt und wird endgültig begraben oder doch nicht? Das Grab ist nämlich leer. Und es gibt die übermittelte Botschaft: Er ist auferstanden – es besteht also Hoffnung. Eine Botschaft, die in tiefer Traurigkeit verständlicherweise kaum in ihrer ganzen Tragweite realisiert werden kann. So wie es den Freunden Jesu damals ergangen ist, so wie es Angehörigen beim Auferstehungsgottesdienst am Begräbnistag eines geliebten Menschen geht. Es braucht Zeit für die Erkenntnis, Begegnungen die Hoffnung schenken, die aus der Lethargie zur Aktivität führen, Tränen der Trauer zu Tränen der Freude machen, neue Lebensgeister wecken.
Als Pilger der Hoffnung wünsche ich „Gesegnete Ostern“, eine positive Hoffnungsbilanz, viele hoffnungsgebende Begegnungen, mit der Botschaft des ewigen Lebens. Die Hoffnung stirbt auch nicht zuletzt!
Wolfgang Griesebner
Diakon
Seelsorgeraum Oberes Ennstal