Wohnen, Betreuung und Gesundheit unter einem Dach
16.01.2026 RegionalesDas Projekt „Gut Leben und Wohnen im Alter“ in Bad Mitterndorf vereint Wohnen, Betreuung im Alter und medizinische Versorgung. Baustart ist im Sommer geplant.
In der Grimminghalle informierte die Gemeinde Bad Mitterndorf über den aktuellen Stand des ...
Das Projekt „Gut Leben und Wohnen im Alter“ in Bad Mitterndorf vereint Wohnen, Betreuung im Alter und medizinische Versorgung. Baustart ist im Sommer geplant.
In der Grimminghalle informierte die Gemeinde Bad Mitterndorf über den aktuellen Stand des Projekts „Gut Leben und Wohnen im Alter“. Zahlreiche Bürger nutzten die Gelegenheit, sich aus erster Hand über ein Vorhaben zu informieren, das über klassisches Wohnen hinausgeht und Medizin, Betreuung, Gastro sowie generationenübergreifendes Zusammenleben vereinen soll. Vorgesehen sind betreubare und frei finanzierte Wohnungen, ein Tageszentrum für Senioren, ein Primärversorgungszentrum sowie Gastronomie als Ort der Begegnung. Bürgermeister Herbert Hansmann betonte, das Projekt sei das Ergebnis eines mehrjährigen Prozesses, der aus der Bürgerbeteiligung „Zukunftswerkstatt“ hervorgegangen sei. Ziel ist es, auf die demografischen Veränderungen in der Gemeinde vorausschauend zu reagieren und ein Angebot zu schaffen, das Selbstständigkeit, Versorgungssicherheit und soziale Teilhabe im Alter ermöglicht.
Offenes Quartier statt klassisches Altersheim
Architekt Bernhard Schlömicher skizzierte die Grundidee der Planungen. Ausgangspunkt sei die Frage gewesen, wie würdiges Wohnen im Alter möglich sei, ohne ein klassisches Altersheim zu errichten. Die Antwort: ein offenes, generationenübergreifendes Quartier, das gut in den Ort integriert ist. Das geplante Areal liegt unmittelbar neben der Grimminghalle und punktet mit fußläufiger Nähe zum Ortszentrum, zu Einkaufsmöglichkeiten, Bushaltestelle und Apotheke. Vorgesehen sind 26 geförderte (betreubare) Wohnungen und sechs frei finanzierte Wohnungen. Ergänzt wird das Wohnangebot durch vier Wohneinheiten der Lebenshilfe. Ein zentraler Innenhof soll als Ort der Begegnung dienen. Der motorisierte Verkehr wird weitgehend unter die Erde verlegt.
Medizin, Therapie und Betreuung
Die Firma Remedium Ausseerland ist im Auftrag der Gemeinde für die Planung der medizinischen und therapeutischen Versorgung zuständig. Im nördlichen Bereich des Gebäudes entsteht ein ebenerdiges Primärversorgungszentrum. Gespräche mit interessierten Ärzten und Therapeuten laufen derzeit. Darüber hinaus ist ein Tagesbetreuungszentrum für Senioren vorgesehen, ausgelegt für zwölf Personen. Angeboten werden ganztägige Betreuung und Verpflegung von Montag bis Freitag zwischen 8 und 16 Uhr durch geschultes Personal.
Ärztliche Versorgung gesichert
Bis zur Fertigstellung des PVZ im ersten Quartal 2028 ist eine Übergangslösung vorgesehen. Thomas Schaffler werde die Ordination zunächst alleine führen, ab April 2026 gemeinsam mit Philipp Sulzbacher als Gruppenpraxis. Die Ordinationszeiten sollen insgesamt 30 Stunden pro Woche umfassen, ab 2028 im PVZ auf 40 Stunden erweitert werden. Das künftige PVZ umfasst dann ein Kernteam aus zwei Allgemeinmedizinern, Ordinationsassistenten und diplomiertem Pflegepersonal. Hinzu komme ein erweitertes Team mit Physiotherapie, psychologischen Angeboten, Diätologie und weiteren Leistungen.
Eröffnung Anfang 2028
In der vergangenen Gemeinderatssitzung wurden Bebauungsplan und Verträge beschlossen, derzeit liegt der Bebauungsplan beim Land Steiermark auf. Parallel wird an der Einreichplanung gearbeitet. Bauverhandlungen sind für das Frühjahr geplant, der Baustart soll in den Sommermonaten erfolgen. Die Eröffnung ist für das erste Quartal 2028 vorgesehen. Bemerkenswert sei, so Hansmann, dass es keinen einzigen Einspruch gegen den Bebauungsplan gegeben habe. Gesundheitslandesrat Kornhäusl verwies auf die bereits gefassten Beschlüsse für ein Primärversorgungszentrum (PVZ) in Bad Mitterndorf. Das Land Steiermark werde das Projekt sowohl inhaltlich als auch finanziell unterstützen. Nun gehe es darum, rasch in die bauliche Umsetzung zu kommen. Den gesellschaftlichen Hintergrund unterstrich Kornhäusl mit klaren Worten: „Wir haben in der Steiermark die Situation, dass wir zwischen 2000 und 2035 einen Anstieg von über 65-Jährigen um 78 Prozent haben. Gerade deshalb ist das so wichtig. Ihr setzt damit auf die richtige Karte.“
Gespräche mit Spitälern
Auch die überregionale Krankenhausversorgung und das Thema Leitspital sorgten für Wortmeldungen. Dabei wurden sowohl Sorgen als auch Kritik an politischen Entscheidungen laut. Landesrat Kornhäusl betonte, dass es nun darum gehe, das Beste aus der bestehenden Situation zu machen. In den nächsten Wochen seien Gespräche mit den Spitälern in Bad Ischl und Schwarzach bezüglich Zusammenarbeit geplant.

