Das Vertrauen der Österreicher in das staatliche Pensionssystem wird zusehends geringer. Aufgrund der Schieflage bei der Finanzierung wird die private Altersvorsorge, speziell bei den Jüngeren ein immer wichtigerer Bestandteil der langfristigen Lebensplanung. Aber schon jetzt ist ein ...
Das Vertrauen der Österreicher in das staatliche Pensionssystem wird zusehends geringer. Aufgrund der Schieflage bei der Finanzierung wird die private Altersvorsorge, speziell bei den Jüngeren ein immer wichtigerer Bestandteil der langfristigen Lebensplanung. Aber schon jetzt ist ein langfristiger Vermögensaufbau nicht einfach, zumal alle Erträge, die aus schon versteuertem Geld kommen, nochmals mit mindestens 25 Prozent Steuer belegt werden. Von einer eventuell drohenden Vermögenssteuer einmal abgesehen. Was allerdings die Niederlande jetzt planen, schlägt dem Fass den Boden aus. Nach einem im Unterhaus beschlossenen Gesetz sollen alle Kurssteigerungen mit 36 Prozent Steuer belegt werden! Wer also eine Aktie kauft und diese steigt, muss für die reine Kurssteigerung am Papier Steuer zahlen, obwohl der Gewinn noch gar nicht am Konto ist. Das bringt einerseits ungeahnte Liquiditätsprobleme, die im Extremfall zum Verkauf des zugrunde liegenden Wertpapiers zwingen können. Und es kann andererseits wohl kaum rechtens sein, einen nicht zugeflossenen Gewinn einer Steuer zu unterziehen.
Es scheint also wieder eine neue Idee in Europa geboren zu sein, wie man der arbeitenden Bevölkerung noch mehr Geld aus der Tasche ziehen kann. Anstatt endlich einmal darüber nachzudenken, wie man die ausufernden Staatsausgaben auf ein vernünftiges Niveau zurückführen kann. So wurden die vorhergesagten Steuereinnahmen in Österreich allein im letzten Jahr um 3,5 Milliarden Euro überschritten. Was aber nichts hilft, wenn man das Geld sofort wieder beim Fenster rauswirft. Wir haben kein Einnahmen-, sondern ein Ausgabenproblem.
Franz Wallig