Der Nationalpark Gesäuse bezieht zu Windkraft Stellung. Ja zum Ausbau von erneuerbarer Energie. Der Nationalpark selbst und Pufferzonen seien aber tabu.
In unmittelbarer Nähe zum Nationalpark Gesäuse sind drei Windparkprojekte bekannt ...
Der Nationalpark Gesäuse bezieht zu Windkraft Stellung. Ja zum Ausbau von erneuerbarer Energie. Der Nationalpark selbst und Pufferzonen seien aber tabu.
In unmittelbarer Nähe zum Nationalpark Gesäuse sind drei Windparkprojekte bekannt (Herrenwaldrücken, Radmer, Hubereck). Während Nationalparke den Schutz einer ungestörten Natur zum Ziel haben, ist die Gewinnung von Energie unweigerlich mit gewissen Eingriffen verbunden. Obwohl es sich um erneuerbare Energie handelt und die Produktion an sich klimaneutral ist, sind optische und akustische Einflüsse auf die Umgebung unumgänglich. Dass es zu Interessens- bzw. Nutzungskonflikten kommen kann, ist naheliegend. Die Stellungnahme des Nationalparks lässt sich zusammenfassen in: „Österreich braucht Windkraft. Österreich braucht aber auch Naturlandschaften.“ Die Lösung laute „Zonierung“.
Klimaschutz ist eine Notwendigkeit und steht in der heutigen Zeit außer Frage. Die Einsparung von Energie, aber auch der Ausbau der erneuerbaren Quellen sind zugleich eine große Herausforderung und gehen mit Interessenskonflikten einher. Stehen die österreichischen Nationalparks mitten in diesem Spannungsfeld? Eigentlich nicht, denn „es zeigt sich, dass für eine Vollversorgung Österreichs mit erneuerbarer Energie keine Eingriffe im relevanten Umfeld der Nationalparks, von denen durch den Ausbau von erneuerbarer Energie negative Einflüsse auf die Nationalparks ausgehen können, notwendig sind“, lautet ein Zitat aus dem Positionspapier „Nationalparks und erneuerbare Energie“.
Eine grundlegende Aufgabe der Verwaltung ist es, Bedrohungen vom Nationalpark fernzuhalten. Innerhalb der Grenzen sind Großanlagen zur Energiegewinnung, wie Wasserkraftwerke oder Windräder nicht möglich, denn diese sind mit dessen Zielen nicht vereinbar. Ob eine Großanlage in der Umgebung eine Bedrohung darstellt, hängt davon ab, wie viele schädliche Einflüsse in das Areal hinein oder auf dessen Tierwelt zu erwarten sind. Dabei sind Fragen des Naturschutzes zu klären. Ein Windrad kann, je nach Lage, zum Vogelschredder werden oder nur in Einzelfällen zu Kollisionen führen. Aber auch Fragen des Landschaftsbildes spielen eine Rolle, besonders im Gesäuse, wo der naturnahe Tourismus, dessen Drehund Angelpunkt der Nationalpark ist, mit seiner infrastrukturarmen Naturlandschaft jährlich mehrerer Millionen Euro in die Region bringt.
Der Nationalpark Gesäuse vertritt die Meinung, wie es der Beirat der Österreichischen Nationalparke sieht, der als generelle Richtlinie eine Ausschlusszone von fünf Kilometern um Nationalparks vorschlägt. Zumindest zwei der drei derzeit ins Spiel gebrachte Flächen befinden sich innerhalb dieser Pufferzone. Sollten hier Windparks entstehen, „haben wir keine große Freude damit“, formuliert es Nationalpark-Geschäftsführer Herbert Wölger. Der Ausbau von Alternativenergien sei wichtig, doch die Einhaltung der Pufferzone müsse berücksichtigt werden.