Windpark-Pläne in Irdning und Öblarn
16.01.2026 RegionalesNach den Planungen am Erlsberg gibt es auch Überlegungen an der westlichen Gemeindegrenze von Irdning einen Windpark zu errichten. Reaktionen der Eigentümer sind noch verhalten.
Die Transformation von fossilen Energieträgern hin zu ...
Nach den Planungen am Erlsberg gibt es auch Überlegungen an der westlichen Gemeindegrenze von Irdning einen Windpark zu errichten. Reaktionen der Eigentümer sind noch verhalten.
Die Transformation von fossilen Energieträgern hin zu erneuerbaren, alternativen Quellen hat im Wettlauf mit dem Klimawandel in den letzten Jahren an Fahrt aufgenommen. Im Bezirk Liezen nimmt die Wasserkraft traditionell einen hohen Stellenwert ein. Die Bestrebungen von Ennskraftwerke in Schladming, der Ausbau am Talbach sowie ein mögliches Pumpspeicher-Kraftwerk oberhalb des Salza-Stausees zeigen weitere Potenziale auf.
Neben Photovoltaik-Modulen auf Dächern prägen auch schon mehrere Sonnenkraftwerke im Freiland das Landschaftsbild. Einen Windpark gibt es bislang noch nicht, doch Investoren haben das Ennstal bereits am Radar. In Trieben nimmt eine Windkraftanlage nach einer Volksbefragung konkrete Formen an, auch zwischen Admont und Rottenmann gab es Planungen. In der Gemeinde Irdning-Donnersbachtal sind sogar zwei potentielle Standorte für Investoren interessant.
Beide Seiten des Donnersbachtales
Vor gut einem Jahr zeigte die oekostrom AG Interesse, an der Grenze zu Aigen Windräder zu errichten (wir berichteten). Die nahezu einhellige Meinung im jeweiligen Gemeinderat war strikte Ablehnung. Mit Ausnahme der Irdninger Neos (ein Mandat), sah man dort einen zu drastischen Eingriff ins Landschaftsbild. „Das Projekt scheint derzeit eingeschlafen zu sein“, sagt Irdnings Bürgermeister Herbert Gugganig. Offenbar scheiterte es an der Zufahrt zu den Windrädern. Nun schlug der Energieversorger „ImWind“ in der Region auf und lotet Möglichkeiten aus, an der Gemeindegrenze zu Öblarn Windkraftanlagen zu errichten.
Grundbesitzer sind gefragt
Ende des Vorjahres wurden die Bürgermeister von Irdning und Öblarn über die Pläne informiert und es gab auch bereits Gespräche mit Grundbesitzern. Die Reaktion fallen weniger vehement aus als beim Projekt auf der anderen Seite des Donnersbachtales. „Ich bin nicht von vornherein dagegen“, sagt das Gemeindeoberhaupt von Irdning, „Alternativenergien sind sicher notwendig. Es kommt darauf an wie es aussieht, wie exponiert es ist. In erster Linie sind die Grundbesitzer gefragt. Wenn die ,nein‘ sagen, ist‘s sowieso kein Thema“, so Gugganig.
„Sehr frühe Phase“
Ja, es gebe Überlegungen für ein Windkraftprojekt, bestätigt ImWind-Unternehmenssprecher Johannes Pechhacker im Gespräch mit dem „Ennstaler“. Man befinde sich aber in einer sehr frühen Phase, weswegen man derzeit noch nicht mehr sagen könne. Weitere Planungen und Schritte hängen davon ab, wie man in den Gesprächen weiterkomme. ImWind entwickelt und baut seit über 30 Jahren Wind- und Photovoltaikparks im In- und Ausland. Die berühmteste Anlage ist der ehemals höchstgelegene Windpark der Welt in Oberzeiring, auch bekannt als „Tauernwindpark“. Im Vorjahr hat die Wien Energie das Unternehmen gekauft.
Ausbau der Wege und Dienstbarkeiten
Dem Vernehmen nach sollen auf rund 1400 Meter Seehöhe zwischen Pendleseck und Gsängereck vier Windräder entstehen. Grundbesitzer sind seitens des Investors eingeladen, einen Vorvertrag zu unterzeichnen. Dort sind zwar noch keine Details geregelt, eine Unterfertigung wäre aber für den Hauptvertrag bindend. Aufgrund mehrerer Riemenparzellen sind über 20 Grundbesitzer betroffen. Um die Eigentümer juristisch zu beraten, hat die Landwirtschaftskammer Ende Dezember einen Informationsabend organisiert. „Ich bin etwas zurückhaltend und rate den Bauern nichts zu überstürzen“, sagt Bezirkskammer Obmann-Stv. Johannes Zeiler. „Was mich am meisten schreckt, sind 1000 Kubikmeter Beton, die pro Windrad als Fundament notwendig sind. Das sind hunderte Lkw-Fuhren, die da hoch müssen.“ Dazu müssten die Wege erneuert, verstärkt und verbreitert werden. Abgesehen von der Anzahl der Fuhren habe das schwerste Teil eines Windrades immerhin 65 Tonnen. Für den Bau und den Betrieb eines Windrades sind Dienstbarkeiten notwendig. Sollten die Rotorblätter im Winter Eis ansetzen, ist ein Korridor für den sogenannten Eisfall betroffen. Dafür sind Entschädigungszahlungen vorgesehen.
Gegenüberstellung
„Aus rein wirtschaftlicher Sicht ist es ein Geschäft. In so einer exponierten Lage wächst in 100 Jahren nicht so viel Wertholz, was die Entschädigungszahlungen bringen würden“, sagt Grundbesitzer Franz Neuper. Dennoch steht er einem Windpark an dem Grat mit Skepsis gegenüber. Der Eingriff in die Natur wäre enorm und es sei eine massive Beeinträchtigung des Landschaftsbilds. Erst wenn die Zustimmung der Grundeigentümer in trockenen Tüchern ist, wandert das Projekt in den Gemeinderat. In weiterer Folge wird eine Umweltverträglichkeitsprüfung von Nöten sein.

