Weniger ist mehr – Minimalismus
11.07.2025 Junges EnnstalBewusste Beschränkung auf ein Minimum beziehungsweise auf das Nötigste. So lautet dem Duden zufolge die Definition von Minimalismus. Das Konzept „Minimalismus“ stellt eine Gegenbewegung zum Konsumwahn und der Besitzgier der heutigen Zeit dar.
...Bewusste Beschränkung auf ein Minimum beziehungsweise auf das Nötigste. So lautet dem Duden zufolge die Definition von Minimalismus. Das Konzept „Minimalismus“ stellt eine Gegenbewegung zum Konsumwahn und der Besitzgier der heutigen Zeit dar.
Für viele erscheint dieser Lebensstil vielleicht auf den ersten Blick entbehrungsreich und langweilig. Das Gegenteil ist der Fall! Er bietet sogar etliche Vorteile. Allem voran spart man klarerweise Geld, wenn man nur Dinge kauft, die man auch wirklich benötigt. Aber auch Platzersparnis, Ordnung und mehr Sauberkeit sind Argumente für einen minimalistischen Lebensstil. Viele Vertreter des Minimalismus berichten auch von einem emotional befreienden Gefühl, sobald man sich von dem materiellen Ballast getrennt hat. Außerdem geben sie an, achtsamer zu leben und sich mehr Zeit für die wichtigen Dinge zu nehmen, wie zum Beispiel Familie und Freunde.
Wie fängt man an?
Der Start ist bei solchen Umstellungen immer das schwierigste. Beim Minimalismus gibt es allerdings verschiedene Methoden, um voll durchzustarten. Nicht zu jedem passt die gleiche Vorgehensweise und man muss schauen, welche einem am meisten zusagt. Eine der Möglichkeiten ist die 30-Tage-Minimalismus-Challenge. Bei ihr wird 30 Tage lang immer ein Gegenstand mehr aussortiert, das heißt am ersten Tag nur eines, am nächsten Tag zwei und an Tag drei muss man sich von drei Dingen trennen. Etwas radikaler ist die Karton-Methode. Dabei packt man all seinen Besitz in große Umzugskartons. In den darauf folgenden Wochen nimmt man nur das heraus, was man auch wirklich gerade braucht. Der Rest ist sozusagen überflüssig und kann aussortiert werden. Bei dieser Technik gilt Vorsicht bei saisonalen Gegenständen, die eventuell zu einer anderen Jahreszeit noch gebraucht werden. Richtig populär ist der Minimalismus in den vergangenen Jahren durch eine Frau und ihre Aufräumverfahren geworden: Marie Kondō. Bei ihrer KonMari-Methode stellt sich bei jedem Teil, welchen man in der Hand hält, die Frage, ob es einen glücklich macht. Wenn die Antwort ja lautet, wird ihm ein fixer Platz zugewiesen, ansonsten muss es aussortiert werden.
Natürlich werden nicht alle ausgemisteten Sachen weggeschmissen. Man kann sie zum Beispiel verschenken, spenden oder auch verkaufen.
Minimalismus als Lebensstil
Im heutigen Zeitalter gibt es die unterschiedlichsten Ausprägungen von Minimalismus. So fokussiert man sich zum Beispiel beim Gedanken-Minimalismus ausschließlich auf die eigenen Gedanken und die wesentlichen Dinge im Leben. Beim Social-Media-Minimalismus versucht man, so wenig Zeit wie möglich mit unnötigen Apps etc. zu verbringen. Hierbei hilft das Aussortieren von Plattformen sowie das Deaktivieren von App-Benachrichtigungen und allgemeines Social-Media-Detox. Ernährungs- und Ressourcen-Minimalismus hingegen setzt auf eine möglichst geringe Schadstoffemission, Sparsamkeit, aber auch regionale Produkte und Anbieter. Am bekanntesten ist wohl allerdings der Einrichtungsminimalismus: Helle, natürliche Farben. Minimalistische Möbel. Klare Linien. Freier Boden und freie Wände. Das zeichnet diese Art der Innenarchitektur aus. Besonders gefragt ist hierbei die Multifunktionalität der Einrichtungsgegenstände. Auf Accessoires und Dekoration wird fast ausschließlich verzichtet.
Möglicherweise ist diese schon etwas extreme Art des Verzichtes und die Einfachheit nicht für alle geeignet. Wenn wir aber ehrlich zu uns selbst sind, hat jeder eine Schublade, einen Stauraum, einen Keller, eine Garage oder einen Dachboden, wo sich unnütze Dinge angehäuft haben, die wir nie wieder verwenden werden. Wenn wir Kaufentscheidungen bewusster treffen und dem Konsumrausch widerstehen, tun wir nicht nur uns, sondern auch der Umwelt einen großen Gefallen.
Simone Prüggler