Warum weniger Licht mehr ist
08.05.2026 RegionalesSternstunden im Gesäuse: Das erste zertifizierte Lichtschutzgebiet stellt eine Veranstaltungsreihe vor und bietet „Erlebnisse zwischen Ruhe und faszinierenden Einblicken“.
Seit vergangenen März ist das Gesäuse Teil des neuen ...
Sternstunden im Gesäuse: Das erste zertifizierte Lichtschutzgebiet stellt eine Veranstaltungsreihe vor und bietet „Erlebnisse zwischen Ruhe und faszinierenden Einblicken“.
Seit vergangenen März ist das Gesäuse Teil des neuen Dark Sky Reserve Eisenwurzen, dem größten Naturnachtgebiet Mitteleuropas. Hier wird durch die geringe Lichtverschmutzung ein besonders heller Sternenhimmel sichtbar. Zur achtsamen Erschlie- ßung des Schutzgebiets starten Tourismusverband, Nationalpark und Betriebe der Region ab Mai mit einer Veranstaltungsreihe, die den Fokus ganz auf das Thema „Sterne“ wirft. Denn in klaren Nächten sind im Gesäuse bis zu 6.000 Sterne, die Milchstraße sowie einige Planeten mit bloßem Auge erkennbar. Mit Johnsbach ist sogar der dunkelste Ort Österreichs und des gesamten Alpenraums im Gesäuse zu finden. Für Tourismus-Chefin Jaqueline Egger bedeutet Urlaub im Gesäuse somit, die Nacht „wieder so zu erleben, wie sie gedacht ist: still, dunkel und voller Sterne. Ein Erlebnis zwischen Ruhe und faszinierenden Einblicken ins Universum. Und ein Zugang zum Tourismus, der nicht auf lauter, schneller, heller setzt, sondern auf das, was bleibt.“
Bewahren und behutsam öffnen
Auf rund 2.400 km² umfasst das Naturnachtgebiet Eisenwurzen neben dem Gesäuse weitere 20 Gemeinden und sechs Schutzgebiete in der Steiermark, Oberösterreich sowie Niederösterreich. Das gemeinsame Ziel: Lichtverschmutzung zu reduzieren und den natürlichen Nachthimmel sowie den Lebensraum von Mensch, Tier und Pflanzenwelt zu bewahren. „Mit dem Dark Sky Reserve wurde etwas ausgezeichnet, das nicht gemacht worden, sondern erhalten geblieben ist: die Nacht in ihrer ganzen Kraft“, so Jaqueline Egger. Umso wichtiger sei nun die achtsame Erschließung, „damit wir die besonderen Gegebenheiten bewahren und sie gleichzeitig der interessierten Öffentlichkeit zugänglich machen können“, wie Egger betont.
Nationalpark bei Nacht erleben
Um das Schutzgebiet ohne negative Auswirkungen auf natürlichen Nachthimmel erlebbar zu machen, hat der Tourismusverband nun gemeinsam mit dem Nationalpark und den Betrieben der Region eine Reihe von Sternenbezogenen Erlebnissen, Veranstaltungen und besonders geeigneten Sternen-Beobachtungsplätzen ins Leben gerufen. Den Auftakt macht die am Nationalpark-Pavillon in Gstatterboden beginnende Führung „Erlebnis Naturnacht – vom Wert der Dunkelheit im Nationalpark Gesäuse“ am Freitag, 22. Mai von 21 bis 23 Uhr. Dabei entdecken Teilnehmende, warum weniger Licht umso wertvoller ist, wie künstliche Beleuchtung Tiere, Insekten und Pflanzen bedroht und den wohlverdienten Schlaf von Menschen stört. Weitere Termine: Fr, 19. Juni, Fr, 24. Juli, Fr, 14. August, jeweils von 21 bis 23 Uhr und am Fr, 16. Oktober 2026, von 20 bis 22 Uhr.
Sternenlicht in den Bergen
Ebenso von Nationalpark-Rangern begleitet kann die Dunkelheit mit allen Sinnen bei der „Nachtwanderung durch das Gesäuse“ erlebt werden. Termine: jeden Samstag im Juli und August, jeweils ab 21 Uhr mit Start am Campingplatz Forstgarten in Gstatterboden. Dass die einzigartige Kulisse an einem der dunkelsten Orte Europas auch das Aufnehmen von besonderen Bildern ermöglicht, hat den Fotokurs „Sternenlicht in den Bergen“ ins Leben gerufen. Unter der Leitung von Philipp Jakesch findet dieser von Samstag, 15. bis Sonntag, 16. August in der Nähe der Haindlkarhütte statt.
Hüttenübernachtung mit Highlights
Am Donnerstag, 20. August, lädt der Tourismusverband zum Kinoabend in den Weidendom. Unter dem Motto „Strudel, Film & Sterne“ sprechen Kletterlegenden und junge Wilde der Region in Kurzfilmen über ihre Erfahrungen. Begleitet wird der Kinoabend von Strudelgenüssen und Gänsehautmomenten. Zu „Bike & Sterne“ findet eine vom Tourismusverband geführte Bike-Runde mit Abendessen und Hüttenübernachtung auf der Grabneralm statt. Passend zum Thema darf abends die Sternenbeobachtung mit einem Nationalpark-Ranger natürlich nicht fehlen. Termin: Freitag 18. September.
Sternenhimmel fotografieren
Eine Einführung in die Astro-Fotografie gibt Philipp Jakesch am Freitag, 11. September und am Sonntag, 13. September. Dieser eintägige Kurs verbindet Theorie mit praktischer Umsetzung und richtet sich an begeisterte Naturfotografierende mit Interesse für Astronomie.
Dass es nicht unbedingt teures Equipment braucht, um Sterne fotografieren zu können, zeigt Simone Weiß am Samstag, 12. September, Freitag, 16. Oktober und Samstag, 14. November. Der Kurs mit dem Titel „Den Sternenhimmel fotografieren“ umfasst eine Einführung in die richtige Planung, Aufnahmetechnik und Bildbearbeitung.
Dinner unter Sternen
Romantisch wird es am Samstag, 10. Oktober, wenn der Tourismusverband zu „Dinner & Sterne“ in den Nationalpark-Pavillon nach Gstatterboden lädt.
Die geschlossene Veranstaltung findet als Dankeschön für die Menschen aus der Region statt und wird ab 2027 erstmals bei freiem Kartenverkauf stattfinden. Außerhalb der Veranstaltungsreihe hat der Tourismusverband die Top 9 der besten Plätze für einen grandiosen Blick in den Sternenhimmel bekanntgegeben. Buchauersattel, Weidendom, Campingplatz Forstgarten, Kölblwirt Johnsbach, Buchsteinhaus, Ennstalerhütte, Burgruine Gallenstein, Lackneralm in Palfau und Oppenberg.
Alle Details zu den Veranstaltungen:
www.gesaeuse.at/sterne

