Während sich das Doppelbudget lähmend gestaltet und kaum wesentliche Einsparungen erkennbar sind, sorgt die Bundeswirtschaftskammer für eine bemerkenswerte Ansage: Bis 2030 will man ein Viertel des Personals abbauen und sich auf wesentliche Leistungen zum Nutzen der Mitglieder ...
Während sich das Doppelbudget lähmend gestaltet und kaum wesentliche Einsparungen erkennbar sind, sorgt die Bundeswirtschaftskammer für eine bemerkenswerte Ansage: Bis 2030 will man ein Viertel des Personals abbauen und sich auf wesentliche Leistungen zum Nutzen der Mitglieder konzentrieren. Schafft man das und ziehen auch die Bundesländerorganisationen mit, würde das eine Kosteneinsparung von zehn Prozent bedeuten und man könnte entsprechend auch die Beiträge senken. Ähnliches hat man von einer staatsnahen Organisation (was wegen der Pflichtmitgliedschaft ja so zu betrachten ist) seit gefühlt fünfzig Jahren nicht mehr gehört. Realistisch betrachtet wird das Ganze mit gutem Willen umsetzbar sein. Man wird einige liebgewonnene Tätigkeiten nicht mehr anbieten und eine Schlankheitskur benötigen, aber wie in der Privatwirtschaft gehört der Blick auf die Kosten eben zu den wesentlichsten Themen. Vor allem, wenn man endlich versteht, dass Erlöse (bzw. Steuern, Beiträge etc.) nicht beliebig vermehrbar sind. Und wer nicht mehr einnehmen kann, muss weniger ausgeben.
Diese relativ banale Einsicht würde natürlich im gesamten öffentlichen Bereich sehr heilsam sein. Wenn man konsequent Personal einspart, ergibt sich zudem noch der Effekt, dass nicht mehr alle Aufgaben wahrgenommen werden können. Das wäre die perfekte Gelegenheit, unsere Bürokratie zurückzustutzen und die Unternehmen von fragwürdigen Regeln zu befreien anstatt ständig neue zu erfinden. Wenn die Wirtschaftskammer mit ihrer Reform Erfolg hat, wird sich der Rest des Staates auch nicht ewig vor überfälligen Anpassungen drücken können. Hoffentlich.
Franz Wallig