Den Valentinstag feiert man quer über den Globus, doch Dating sieht im weltweiten Vergleich überall anders aus. Warum man sich in Japan nicht öffentlich küsst und chinesische Männer keine Frauen mehr finden.
So hoch der Stellenwert einer Ehe in ...
Den Valentinstag feiert man quer über den Globus, doch Dating sieht im weltweiten Vergleich überall anders aus. Warum man sich in Japan nicht öffentlich küsst und chinesische Männer keine Frauen mehr finden.
So hoch der Stellenwert einer Ehe in China ist, so schwierig fällt es vielen Männern dort, eine passende Frau zu finden. Denn China verzeichnet einen großen Männerüberschuss. Es sind die Folgen der Ein-Kind-Politik, die über 30 Jahre lang in China gängig war. Das Ergebnis: Rund 35 Millionen mehr Männer als Frauen. Mädchen wurden vielfach abgetrieben, denn bevorzugt wurden meistens Buben. Heute hat dies zur Folge, dass viele Männer partnerlos bleiben. Um doch noch eine potenzielle Heiratspartnerin für ihre Kinder zu finden, zieht es viele Eltern junger Menschen auf die Heiratsmärkte des Landes. Dort werden die Töchter und Söhne oftmals mit Schildern angepriesen, um vielleicht doch noch irgendwie ihr Glück zu finden.
Keine öffentliche Zuneigung in Japan
Auch die japanische Datingkultur unterschiedet sich über weite Strecken von dem, was wir gewohnt sind. Als oberstes Ziel gilt hier auch hier: jemanden finden, um zu heiraten. Einzeltreffen, wie sie bei uns üblich sind, gelten in Japan nicht unbedingt als Norm. Geläufiger sind hier sogenannte Gōkons – eine sehr geläufige Form des Blind-Dates in Japan. Eine Gruppe von Frauen trifft auf eine gleich große Gruppe von Männern, um sich auszutauschen und im besten Fall einen Partner zu finden. Allerdings gilt im japanischen öffentlichen Raum offensives Flirten oder gar Körperkontakt als absolutes No-Go und sollte weitgehend vermieden werden. Öffentlich Intimitäten wie Küssen oder Umarmen gelten in der japanischen Kultur als unhöflich und unangemessen. Nur Händchen halten wird vor allem in jüngeren Generationen etablierter, aber dennoch eher selten praktiziert.
Arrangierte Ehen, kein Sex vor der Ehe
In Indien sind Dating und Heirat nach wie vor stark von konservativen Werten geprägt. Auch hier gilt – wie in Japan – öffentliche Zuneigung als verpönt. Auch Händchen halten wird nicht gern gesehen. Nur unter Männern wird es toleriert. Es symbolisiert Freundschaft und hat somit keinen sexuellen oder romantischen Hintergrund. Eigenständig auf Partnersuche zu gehen oder gar aus Liebe zu heiraten, gilt in Indien noch eher als Seltenheit. Schätzungen zufolge werden rund 90 Prozent der Ehen noch immer von Familienangehörigen der Braut arrangiert. Ausschlaggebend für die Wahl des perfekten Schwiegersohns sind hauptsächlich soziale Komponenten und religiöse Zugehörigkeit. Heutzutage gelten jedoch viele Ehen schon als „semi-arrangiert“. Heißt: Die Braut bekommt ein Stück weit Mitspracherecht und darf ihren zukünftigen Ehemann vor der Hochzeit kennenlernen. Jedoch ist Sex vor der Ehe für viele Inder nach wie vor tabu. Das gilt im Hinduismus – der größten Religion des Landes – als Sünde.
Von Nord nach Süd: Dating in Europa
Doch auch die europäische Datingkultur ist vielfältig, mit vielen regionalen Unterschieden. Sind Skandinavier eher zurückhaltend und schüchterner, legen Italiener wiederum großen Wert auf temperamentvolles Flirten. Somit ist wohl auch Dating in Europa nicht unbedingt überall ein Kinderspiel.
So unterschiedlich Dating weltweit auch sein mag, schlussendlich geht es wohl überall um dasselbe: Nähe, Zugehörigkeit und die Suche nach einem Menschen, der bleibt.
Elisa Schütz