Geschlossenheit, klare politische Kante und der Anspruch, weiterhin stärkste Stimme der steirischen Bauern zu sein: So präsentierte sich der Bauernbund des Bezirks Liezen bei einer Pressekonferenz im Vorfeld der Landwirtschaftskammerwahl.
Am 25. ...
Geschlossenheit, klare politische Kante und der Anspruch, weiterhin stärkste Stimme der steirischen Bauern zu sein: So präsentierte sich der Bauernbund des Bezirks Liezen bei einer Pressekonferenz im Vorfeld der Landwirtschaftskammerwahl.
Am 25. Jänner wählen die steirischen Bauern ihre Standesvertreter. Wahlberechtigt sind alle Grundeigentümer ab einem Hektar sowie aktive landwirtschaftliche Betriebsführer und ehemalige, die noch am Hof wohnen. Der Bauernbund ist Teilorganisation der ÖVP und traditionell die stärkste Fraktion in der Kammer. Die Liste führt Landwirtschaftskammerpräsident Milch- und Waldbauer Andreas Steinegger als Spitzenkandidat an. Gemeinsam mit Landesobfrau Simone Schmiedtbauer und Bauernbund-Direktor Bernd Brodtrager sei der Bauernbund Mitte des vergangenen Jahres neu formiert worden, betonte Brodtrager. Ziel sei es, politisch kantiger, präsenter und kommunikativer aufzutreten. Derzeit hält der Bauernbund im Bezirk Liezen zehn von 15 Mandaten in der Landwirtschaftskammer. Bezirks-Spitzenkandidat ist Kammerobmann Peter Kettner „Wir verstehen uns als Mikrofon der Betriebe und tragen ihre Anliegen in die Politik hinein“, unterstrich Kettner.
Besonderes Gewicht misst der Bezirksbauernbund der Almwirtschaft bei. Mit 385 Almen – fast einem Viertel aller steirischen Almen – sei Liezen ein zentrales Almgebiet. Die Alm sei nicht nur Wirtschaftsfaktor, sondern auch Kulturgut. Ohne Beweidung drohe Verwaldung, gleichzeitig sei die Bewirtschaftung arbeitsintensiv und kostenaufwendig. Die Forderung nach höheren Almprämien wurde daher mehrfach bekräftigt. Das Thema Eigentum sprach Johann Zeiler, Kammerobmann-Stellvertreter und Zweiter auf der Bezirksliste, an. Gerade in einer tourismusintensiven Region brauche es Respekt vor Grund und Boden. „Die Bewirtschaftung erfolgt mit viel Liebe und schafft Mehrwert für den Tourismus. Aber Grenzen müssen respektiert werden“, sagte Zeiler. Beim Umgang mit Großraubtieren plädierte Kandidatin Monika Brechtler, selbst bei „Wolfsstopp“ engagiert, für Pragmatismus. Herdenschutz sei nicht überall umsetzbar, Entnahmen von Problemwölfen daher notwendig – insbesondere in dicht besiedelten und touristisch genutzten Regionen.
Die Bedeutung der Landwirtschaftskammer als gesetzliche Interessenvertretung hob Vizepräsidentin Maria Pein hervor. Allein in der Beratung verzeichne die Kammer jährlich rund 120.000 Beratungsstunden und etwa 20.000 Kundenkontakte. Besonders im Bereich Eigentums- und Sozialrecht – etwa bei Pflegefragen oder der Schwerarbeitspension – habe man in den vergangenen Jahren entscheidende Erfolge erzielt. Präsident Steinegger spannte den Bogen schließlich auf die europäische Ebene. Er verwies auf Erfolge bei der Entwaldungsverordnung, bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln, beim Stopp von Laborfleisch sowie bei der Senkung des Schutzstatus des Wolfes. Klare Worte fand er zur Handelspolitik: „Wir wollen kein Mercosur, weil es in diesen Regionen Produktionsformen gibt, die bei uns seit Jahrzehnten verboten sind.“
Landwirte wählen ihre Vertreter
Alle fünf Jahre wählt die Bauernschaft ihre Interessensvertretung. Am Sonntag, dem 25. Jänner, geben die Landwirte wieder ihre Stimme einerseits für die Landes- und andererseits für die Bezirkskammer ab. Das Gremium im Bezirk Liezen setzt sich aus 15 Bezirkskammerräten zusammen. Zehn Mandate fallen dabei derzeit auf den ÖVP-Bauernbund, drei hält der Unabhängige Bauernverband und mit jeweils einem Kammerrat sind die Freiheitlichen und SPÖ-Bauern vertreten. Die Grünen haben es nicht in die Bezirkskammer geschafft, stellen sich aber wieder der Wahl.