Vier Wege, das Immunsystem zu stärken
29.01.2026 Junges EnnstalHitze, Kälte und salzhaltige Luft können mehr als nur entspannen – sie setzen gezielte Reize,die das Immunsystem stärken und die Gesundheit fördern. Diese Anwendungen aktivieren körpereigene Abwehrkräfte und helfen, Belastungen besser ...
Hitze, Kälte und salzhaltige Luft können mehr als nur entspannen – sie setzen gezielte Reize,die das Immunsystem stärken und die Gesundheit fördern. Diese Anwendungen aktivieren körpereigene Abwehrkräfte und helfen, Belastungen besser standzuhalten.
Der menschliche Körper verfügt über ein hochkomplexes Abwehrsystem, das täglich gegen Viren, Bakterien und andere Belastungen ankämpft. Stress, Bewegungsmangel oder wechselnde Temperaturen können dieses System jedoch schwächen. Umso wichtiger ist es, die körpereigenen Abwehrkräfte gezielt zu unterstützen. Hitze, Kälte und salzhaltige Luft setzen dabei wirksame Reize. Sauna, Dampfbad, Kältekammer und Salzgrotte zählen zu den bewährten Anwendungen, um Körper und Immunsystem nachhaltig zu stärken.
Sauna – entgiften und stärken
Ein Saunagang mit Temperaturen von bis zu 110 Grad wirkt auf den Körper ähnlich wie künstlich erzeugtes Fieber – und genau das macht ihn so effektiv. Die erhöhte Körpertemperatur aktiviert die Abwehrzellen, erweitert die Blutgefäße und steigert die Herzfrequenz. In nur 15 Minuten verliert der Körper bis zu einem halben Liter Schweiß. Zunächst stammt dieser aus dem Blut, später auch aus Muskeln sowie Fett- und Bindegewebe. Dabei werden Stoffwechselabbauprodukte aus dem Gewebe ins Blut transportiert und anschließend ausgeschieden.
Auch die Atemwege profitieren von der heißen Luft. Die Schleimhäute werden besser durchblutet, die Muskulatur entspannt sich und die Lunge kann sich stärker ausdehnen. Das Atmen fällt leichter und freier. Wer regelmäßig sauniert, trainiert nicht nur sein Herz-Kreislauf-System, sondern ist nachweislich auch weniger anfällig für Erkältungskrankheiten.
Dampfbad – wohltuend für Schleimhäute
Das Dampfbad gilt als sanftere Alternative zur Sauna. Bei Temperaturen von bis zu 55 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von nahezu 100 Prozent entsteht ein feiner Nebel, der sich wie ein Wasserfilm auf Haut und Atemwegen ablegt. Obwohl man deutlich weniger schwitzt, wird die Wärme als intensiver empfunden.
Vor allem die Schleimhäute profitieren von der feuchten Hitze. Der Wasserdampf befeuchtet sie intensiv und wirkt wie eine natürliche Inhalation. Aromaöle wie Minze oder Alpenkräuter können die Wirkung zusätzlich verstärken. Durch die erweiterten Blutgefäße gelangt mehr Sauerstoff in Organe und Muskulatur, Verspannungen lösen sich und der Körper kommt zur Ruhe.
Tipp: Nach der Wärmephase sollte man sich ebenso viel Zeit für das Abkühlen nehmen. Mehrere Minuten an der frischen Luft verengen die Blutgefäße, der Blutdruck steigt und der Kreislauf wird aktiviert.
Kältekammer – Gegen Schmerzen und Entzündungen
Die Kältekammer stellt einen starken, aber kontrollierten Reiz für den Körper dar. Die Kryotherapie findet ausschließlich nach ärztlicher Untersuchung und unter medizinischer Aufsicht statt. In Badekleidung, aber mit Handschuhen, Haube, Mundschutz, dicken Socken und Schuhen betritt man zunächst eine Vorkammer bei minus 60 Grad. Nach etwa 30 Sekunden folgt der Wechsel in die Hauptkammer mit Temperaturen bis zu minus 110 Grad, in der man sich rund zweieinhalb Minuten bewegt und ruhig durch die Nase atmet. Durch die extrem trockene Kälte entstehen keine Hautschmerzen. Die Anwendung wirkt stark schmerzlindernd und entzündungshemmend und wird häufig bei Rheuma eingesetzt. Auch Hauterkrankungen wie Schuppenflechte oder Neurodermitis können durch den juckreizlindernden Effekt gebessert werden. Selbst Migränepatienten berichten von spürbaren Verbesserungen.
Salzgrotte – heilsames Klima für die Bronchien
In der Salzgrotte herrscht ein besonderes Mikroklima, das dem eines Salzstollens nachempfunden ist. Winzige Salzpartikel gelangen beim Einatmen tief in die Lunge und in die Bronchien. Asthma, Bronchitis, Allergien, Heuschnupfen, Immunschwäche und auch Hauterkrankungen können durch regelmäßige Aufenthalte gelindert werden. Die gesundheitsfördernde Wirkung des Salzes wurde bereits bei Salzbergwerkarbeitern beobachtet, die trotz harter körperlicher Arbeit oft älter wurden als ihre Zeitgenossen.
Tipp: Zehn bis 20 Sitzungen an aufeinanderfolgenden Tagen stärken die Abwehrkräfte nachhaltig. Das Salzklima ist auch für Kinder und ältere Menschen gut geeignet.
Simone Prüggler
