„Verantwortung zu übernehmen war mir immer wichtig“
13.06.2025 Regionales
Nach dem Wahlsieg der ÖVP übernahm Herbert Hansmann das Bürgermeisteramt in Bad Mitterndorf. Er spricht über erste Eindrücke, zentrale Projekte und nächste Herausforderungen.
Seit Kurzem ist er im Amt – und bringt ...
Nach dem Wahlsieg der ÖVP übernahm Herbert Hansmann das Bürgermeisteramt in Bad Mitterndorf. Er spricht über erste Eindrücke, zentrale Projekte und nächste Herausforderungen.
Seit Kurzem ist er im Amt – und bringt nicht nur politische Erfahrung, sondern auch wirtschaftliches Know-how mit: Herbert Hansmann, neuer Bürgermeister von Bad Mitterndorf, spricht im Interview mit dem „Ennstaler“ über seine Motivation, erste Eindrücke, zentrale Projekte und wie er die Herausforderungen der Gemeinde in den kommenden Jahren meistern will.
Was hat Sie motiviert, für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren?
„Ich habe aus meinem Elternhaus mitgenommen, dass es wichtig ist, Verantwortung zu übernehmen. Und ich habe das auch immer gerne getan – man sagt mir nach, dass ich die harte Arbeit nicht scheue. Jedes starke Team braucht jemanden, der bereit ist, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu tragen. Natürlich ist das nur möglich, weil ich auch privat Rückhalt habe: Meine Familie ist mein Fels in der Brandung. Hinter jedem starken Mann steht bekanntlich eine starke Frau – und das trifft in meinem Fall absolut zu.“
Sie sind auch Geschäftsführer der Biowärme Bad Mitterndorf. Wie lässt sich das mit dem Bürgermeisteramt vereinbaren?
„Mit Leidenschaft, Überzeugung – und einer klaren Strategie. Die Aufgaben sind gut verteilt, und moderne digitale Mittel helfen enorm, um effizient zu arbeiten. Es braucht Disziplin, aber es ist machbar.“
Wie waren die ersten Tage im Amt? Was hat Sie als Bürgermeister besonders überrascht?
„Ein besonders positives Erlebnis war, dass viele Mitarbeiter des Gemeindeamts bei der Angelobung anwesend waren. Das hat mir gezeigt, dass ich auf ein starkes Team zählen kann. Die Bereitschaft, für die Bürger da zu sein, ist bei allen spürbar – das ist für mich nicht selbstverständlich, aber umso erfreulicher.“
Was möchten Sie in Ihrer Amtszeit anders machen als Ihre Vorgänger?
„Mir ist die Zusammenarbeit besonders wichtig – und das parteiübergreifend. Wir arbeiten für unsere Gemeinde. Unser Ziel ist es, gemeinsam eine klare politische Richtung zu definieren, damit auch die Mitarbeiter wissen, wohin die Reise geht. Wir verstehen uns als Dienstleister für die Bürger – egal, welcher Partei man angehört.“
Welche Projekte stehen ganz oben auf Ihrer Agenda?
„Ein zentrales Thema ist die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung. Einer unserer Hausärzte geht mit 1. Jänner in Pension. Wir haben einen Ärztegipfel mit den praktizierenden Medizinern abgehalten, es folgt nun eine Abstimmung mit dem Land Steiermark mit Ausschreibung der freien Stelle. Ein weiterer bestehender Hausarzt ist bereit für eine Übergangszeit einen freien Platz in seiner Ordination zur Verfügung zu stellen. Wir sehen dies als Hausaufgabe der Gemeinde und als Gemeinschaftsprojekt zwischen Gemeinde und Medizinern. Ein weiteres wichtiges Projekt ist ,Leben und Wohnen im Alter‘ – ein Vorhaben aus einem Bürgerbeteiligungsprozess. Es geht hier um ein ,Dorf im Dorf‘, also ein generationsübergreifendes Wohnprojekt neben dem Schulzentrum, mit betreubarem Wohnen, Starterwohnungen und einem Ärztezentrum. Wir nehmen die Gespräche mit Projektträgern und der Siedlungsgenossenschaft gerade wieder auf. Ein wichtiger Punkt ist ebenso das Gleichgewicht zwischen Hauptwohnsitzen und Zweitwohnsitzen. In Bad Mitterndorf liegt der Anteil der Zweitwohnsitze bei 59 Prozent – das ist sehr hoch. Wir wollen niemanden vertreiben, aber wir setzen auf aktive Meldekontrolle, damit sich alle fair an den Kosten für Infrastruktur, etc. beteiligen.“
Was ist Ihnen besonders wichtig in Ihrer Amtszeit?
„Ich möchte, dass die Bürger im Mittelpunkt stehen – so kitschig das vielleicht klingt. Mir liegt auch viel an der heimischen Wirtschaft: Unsere Betriebe tragen wesentlich zur Gemeinschaft bei. Diese Strukturen müssen wir stärken – mit einer klaren Strategie, die auch den ländlichen Raum fördert und lebenswert macht.“
Wo sehen Sie aktuell den größten Handlungsbedarf in der Gemeinde?
„Die finanzielle Lage ist angespannt. Wir haben kein Einnahmenproblem – aber die Ausgabenseite muss kritisch betrachtet werden. Eine Bestandsaufnahme unserer Straßen wurde bereits durchgeführt, und wir planen jetzt vorausschauend für die kommenden fünf Jahre. Das ist essenziell für eine solide Budgetplanung.“
Wie funktioniert die Zusammenarbeit in der Koalition mit der FPÖ?
„Die Koalition basiert auf Augenhöhe. Wir haben die Aufgaben so verteilt, dass wir uns gut ergänzen. Im Zentrum steht die Arbeit für die Bürger.“
Wo sehen Sie Bad Mitterndorf in fünf Jahren?
„Ich wünsche mir, dass die Menschen hier mit Begeisterung wohnen, dass Unternehmen investieren und Arbeitsplätze schaffen. Ein lebendiges Vereinsleben und ein gelebtes Miteinander sind ebenso zentrale Faktoren. Das Erwarten sich auch die Leute von mir, das spüre ich deutlich.“
