Begrünte Hausfassaden, blühende Fensterbänke und Zucchini vom Zentralfriedhof. Wie der grüne Daumen auch ohne eigenen Garten seine Verwendung findet.
Ein eigener großer Garten zum Werken und Garteln ist wohl der große Traum vieler ...
Begrünte Hausfassaden, blühende Fensterbänke und Zucchini vom Zentralfriedhof. Wie der grüne Daumen auch ohne eigenen Garten seine Verwendung findet.
Ein eigener großer Garten zum Werken und Garteln ist wohl der große Traum vieler – vor allem junger – Menschen. Doch was schon in ländlicheren Gebieten eine Seltenheit wurde, ist in Städten meistens unvorstellbar. Wer trotz mangelnder Grünfläche nicht darauf verzichten möchte, für den könnte „Urban Gardening“ – also urbanes Gärtnern – eine wertvolle Alternative sein.
Wie funktioniert das städtische Gärtnern?
Egal ob Gemeinschaftsgarten im Innenhof, Balkon- und Dachgärten oder die Begrünung eines öffentlichen Raumes. Urban Gardening kennt mittlerweile fast keine Grenzen mehr. Hauptsächlich geht es dabei um die Begrünung und Bewirtschaftung eines begrenzten Raumes, meistens aus privaten oder umwelttechnischen Gründen. Soziale Netzwerke werden genutzt, um geteilte Kräuterbeete auf Gemeinschaftsflächen zu errichten, Balkone werden dank Hochbeeten zu kleinen Gemüsegärten und sogar Hausfassaden werden durch vertikale Bepflanzung zu grünen Oasen. Vor allem im städtischen Raum wird diese Art des Gärtnerns immer beliebter. Seit 2023 können Grabbesitzer des Wiener Zentralfriedhofes verschieden große Ackerflächen am Friedhofsgelände mieten, auf denen eigenes Gemüse angebaut werden kann. Die Grünflächen – auf denen übrigens niemand begraben liegt – werden mithilfe von Berufsgärtnern gepflegt. Das darauf entstehende Gemüse hat Bio-Qualität. Ein Angebot, das viele Wiener/innen gerne nutzen. Doch auch ein kleineres Budget ist kein Hindernis, sich einmal am Urban Gardening zu versuchen. Alte Flaschen, Schüsseln oder andere Gefäße können für die Mikro-Gärten recycelt werden, was nicht nur das Geldtascherl, sondern auch die Umwelt freut.
Mit kleinen Gesten Großes bewirken
Nicht nur die Ästhetik eines sonst so grauen Stadtbildes profitiert von der breiten Begrünung. Auch die Umwelt zieht ihre Vorteile aus den neu gewonnen Grünflächen. Die Pflanzen nehmen CO2 auf und produzieren Sauerstoff. Mehr grün bedeutet also auch eine verbesserte Luftqualität. Au- ßerdem erhöhen die Mini-Gärten die Biodiversität, indem sie wertvollen Lebensraum für viele kleine Bewohner bieten. Viele Grünflächen und Pflanzen – sei es auf Hauswänden, Fensterbänken oder Balkonen – können zudem dazu beitragen, die Temperatur in dicht besiedelten Gebieten zu senken.
Urban Gardening kann auch auf kleinem Raum erfolgreich sein. Um den eigenen grünen Fleck optimal zu pflegen, sollte man dennoch ein paar Dinge beachten. Vor dem Start des Projekts sollte gut überlegt werden, welche Pflanzen einziehen dürfen. Vor allem für unerfahrenere Hobbygärtner eignen sich Kräuter wie Basilikum, Minze oder Gemüsesorten wie Tomaten oder Salate ideal für den Anfang. Wer immer mal wieder nicht zu Hause ist oder Zeit einsparen möchte, sollte sich au- ßerdem mit einem Selbstbewässerungssystem vertraut machen. Eigens zur Selbstbewässerung hergestellte Tongefäße sind hier eine kostengünstige Variante. Zusätzlich hilft die Verwendung von aufgefangenem Regenwasser dabei, Ressourcen zu sparen.
Urban Gardening ist somit mehr als nur ein kurzer Trend. Es wird mehr und mehr Teil des urbanen Raumes und bleibt auch in Zukunft eine nachhaltige, kostengünstige Möglichkeit, um sich den Traum vom eigenen Garten auf eine besondere Weise doch noch zu erfüllen. Urban Gardening bietet langfristig die Chance, Farbe und Leben in graue Stadtteile zurückzuholen und ein Stück Natur nach Hause zu bringen.
Elisa Schütz