Unwetter hinterlassen massive Spuren
03.07.2026 RegionalesDie Gewitter der vergangenen Tage haben teils massive Schäden verursacht: In Schladming wurde die Untertalstraße auf mehr als 600 Metern vermurt, in Haus füllte sich das ...
Die Gewitter der vergangenen Tage haben teils massive Schäden verursacht: In Schladming wurde die Untertalstraße auf mehr als 600 Metern vermurt, in Haus füllte sich das Geschiebeauffangbecken des Dürrenbaches vollständig. Auch in weiteren Gemeinden kam es nach Starkregen zu Überflutungen, Verklausungen und Pumparbeiten.
Eine massive Gewitterzelle, die sich am Sonntag, dem 28. Juni, über rund 45 Minuten mit voller Wucht über dem Gebiet von Schladming und Haus im Ennstal entladen hatte, führte zu erheblichen Vermurungen und einem großangelegten Einsatz der Einsatzorganisationen. Besonders betroffen war das Untertal in Schladming. Dort ging im Bereich der Wilden-Wasser-Mautstation eine Mure ab und verschüttete die Untertalstraße auf einer Länge von mehr als 600 Metern. Hinter der Mure waren 30 Personen eingeschlossen. Sie wurden von der Freiwilligen Feuerwehr Untertal-Rohrmoos gemeinsam mit der Feuerwehr Schladming und der Bergrettung Schladming evakuiert. In enger Abstimmung mit der Katastrophenschutzbehörde wurde für den betroffenen Bereich eine Totalsperre samt Betretungsverbot eingerichtet. Die Untertalstraße sowie der Wanderweg bleiben bis auf Weiteres ab dem Gasthof Tetter gesperrt.
Haus: Kein Risiko eingehen
Auch in Haus im Ennstal hatte die punktuelle Entladung der Gewitterzelle schwerwiegende Folgen. Im Ortsteil Oberhaus wurde das Geschiebeauffangbecken des Dürrenbaches vollständig mit Material befüllt. Nach ersten Einschätzungen handelt es sich um rund 30.000 bis 40.000 Kubikmeter Geröll. Nach einer Lageerkundung und einer anschließenden Besprechung mit Behördenvertretern der Wildbach- und Lawinenverbauung, der Bezirkshauptmannschaft sowie der örtlichen Feuerwehr entschied Bürgermeister Matthias Schwab, die betroffene Bevölkerung vorsorglich über eine mögliche Evakuierung zu benachrichtigen. Neun Feuerwehren aus dem näheren Umkreis wurden alarmiert, um die Bewohner im gefährdeten Gebiet zu informieren. Betroffen waren rund 47 Gebäude in der gelben Gefahrenzone des Dürrenbaches auf einer Fläche von etwa zehn Hektar. Parallel dazu wurde im Rüsthaus Oberhaus der Abschnittsführungsstab eingerichtet, um den Einsatz koordiniert zu leiten. Im Einsatz standen 63 Feuerwehrkräfte von neun Feuerwehren, 16 Mitglieder der Bergrettung, das Rote Kreuz, Polizei sowie die Bezirkswarnzentrale mit aufgestockter Mannschaft. Der Ortschef betonte im Gespräch mit dem „Ennstaler“ am Mittwoch, dass die Lage weiterhin regelmäßig neu bewertet werde. „Wir bekommen täglich einen Wetterbericht, danach wird über die weitere Vorgehensweise entschieden. Der Führungsstab tritt laufend zusammen und beurteilt die aktuelle Sachlage. Wir bleiben in Alarmbereitschaft“, so Schwab. Für die Bevölkerung wolle man jedenfalls kein Risiko eingehen.
Die Aufräumarbeiten im Bereich des Geschiebeauffangbeckens laufen bereits, berichtet Schwab. Ein Bagger habe am Dienstag damit begonnen, Material aus dem Becken zu entfernen, um eine erste Entlastung zu schaffen. Der Landesgeologe war ebenfalls vor Ort: Nach der Begutachtung seien die Hänge und der Graben derzeit soweit stabil. Von geringem Regen gehe grundsätzlich keine Gefahr aus, dennoch wolle man die weitere Entwicklung sowie die Kaltfront am Mittwoch abwarten und die Lage laufend beobachten.
Kleinere Schadstellen
Auch abseits der großen Schadenslagen hielten die starken Niederschläge der vergangenen Tage mehrere Feuerwehren im Bezirk auf Trab. In Donnersbach trat nach heftigen Regenfällen ein kleiner Bach infolge einer Verklausung eines Durchlassrohres über die Ufer. Die Freiwillige Feuerwehr Donnersbach befreite das verlegte Durchlassrohr von angeschwemmtem Holz und Geröll, um den Wasserabfluss wiederherzustellen. Die Freiwillige Feuerwehr Stainach stand ebenfalls im Einsatz. Die Wanne Stainach auf der B 320, im Bereich der Ortsumfahrung Stainach, war nach dem Starkregen überflutet. Die Fahrbahnentwässerung in der Tunnelröhre konnte den großen Wassermengen nicht standhalten. Eine Totalsperre der B 320 war erforderlich.
Auch in zahlreichen weiteren Gemeinden wurden die Florianis infolge der starken Regenfälle zu Pumparbeiten, Sicherungsmaßnahmen und technischen Einsätzen alarmiert.


