Der Unabhängige Bauernverband geht mit einem neuen Obmann in die Landwirtschaftskammerwahl. Vertreter kritisieren EU-Politik und Freihandelsabkommen.
Der Unabhängige Bauernverband (UBV) zieht mit einem neuen Landesobmann in die Landwirtschaftskammerwahl. ...
Der Unabhängige Bauernverband geht mit einem neuen Obmann in die Landwirtschaftskammerwahl. Vertreter kritisieren EU-Politik und Freihandelsabkommen.
Der Unabhängige Bauernverband (UBV) zieht mit einem neuen Landesobmann in die Landwirtschaftskammerwahl. Nach 15 Jahren hat der Donnersbacher Johann Ilsinger seine Funktion an den Mürztaler Rudi Gutjahr übergeben. Die Kandidaten für die kommende Wahl stellt der UBV am kommenden Montag, dem 19. Jänner, beim Kirchenwirt in Aigen vor. Beginn ist um 20 Uhr. Neben vielen besorgniserregenden Entwicklungen zählen die jüngsten Freihandelsabkommen zu den aktuellsten Bedrohungen gegen den heimischen Bauernstand.
Handelsabkommen mit der Ukraine und den Mercosur-Staaten bezeichnet der Unabhängige Bauernverband als „Himmelfahrtskommando“. Die ungleichen Produktionsstandards in der Ukraine und in Südamerika würden keinen fairen Wettbewerb erlauben. „Beim Pflanzenschutz gibt es in der Ukraine kaum Grenzen, während bei uns fast alles verboten ist“, gibt Johann Ilsinger ein Beispiel. Fehlentwicklungen seien mitverursacht durch die eigene Standesvertretung. Der Bauernbund als „Anhängsel der ÖVP“ habe fraktionsintern zu wenig Gewicht, um sich gegen Freihandelsabkommen auf Kosten der Landwirtschaft einzusetzen. Der UBV fordert sogar ein Importverbot für Lebensmittel, die nicht mit gleichen Auflagen erzeugt werden. Entwaldungsverordnung, Renaturierungsgesetz seien weitere Eckpfeiler der Europäischen Union, die den Bauern das wirtschaftliche Überleben erschweren. Zudem würde mit den EU-Geldern, die für die Landwirtschaft in die Ukraine fließen, gleichzeitig der Konkurrenzdruck auf heimische Bauern erhöht. Hinsichtlich der Aufweichung der Gentechnik-Regeln orten UBV-Vertreter Klientelpolitik für den internationalen Agrarhandel. „Damit beweist die EU-Kommission rund um Ursula von der Leyen, dass sie alle anderen Interessen vertritt, nicht aber jene der Bauern der EU oder generell des eigenen Wirtschaftsraumes“, wirft Ilsinger der Kommission vor.