In der Schweiz gingen die letzten Weltcupbewerbe der Skibergsteiger in dieser Saison über die Bühne. Die Schladmingerin Johanna Hiemer zeigte zu ihrem Karriere-Ende beeindruckende Leistungen.
Für die Skibergsteiger ging kürzlich ein intensiver ...
In der Schweiz gingen die letzten Weltcupbewerbe der Skibergsteiger in dieser Saison über die Bühne. Die Schladmingerin Johanna Hiemer zeigte zu ihrem Karriere-Ende beeindruckende Leistungen.
Für die Skibergsteiger ging kürzlich ein intensiver Winter zu Ende. Bereits im Vertical-Rennen präsentierte sich Johanna Hiemer in ausgezeichneter Verfassung. Vom Start weg heftete sie sich an die Fersen der späteren Siegerin. Am Ende wurde ihr Einsatz mit einem starken dritten Platz belohnt. Auch in der Königsdisziplin, dem Individual-Bewerb, bestätigte die 31-Jährige ihre Topform. Von Beginn an auf Rang drei positioniert, ließ sie sich diese Platzierung nicht mehr nehmen und sicherte sich erneut einen Podestplatz. Nach souveräner Qualifikation für das Viertelfinale im Sprintbewerb dominierte Hiemer ihren Heat klar und zog ins Semifinale ein. Dort lag die Schladmingerin lange Zeit auf Finalkurs, ehe sie beim letzten Wechsel in die Abfahrt nachfassen musste und als Dritte ins Ziel kam. Dabei verpasst die 31-jährige beim Sprintrennen den Einzug ins große Finale über die Lucky-Looser-Wertung um gerade einmal 0,3 Sekunden und belegte am Ende Rang sieben. Auch im Mixed Relay zeigte Hiemer gemeinsam mit ihrem Teamkollegen Paul Verbnjak eine solide Leistung. Das ÖSV-Duo erreichte den vierten Platz und bestätigte damit seinen „Stammplatz“ knapp hinter dem Podium. Julian Tritscher vom WSV Ramsau verpasste beim Vertical die Top-10 denkbar knapp. Mit lediglich zwei Sekunden Rückstand landete er auf dem 11. Platz. Beim Individual schaffte er den Sprung in die Top-10.
Karriere-Ende
„Wenn es am schönsten ist, soll man gehen. Die vergangene Saison war die schönste meiner Karriere – ich konnte jeden Moment in vollen Zügen genießen“, resümiert die Schladmingerin Johanna Hiemer. Von Beginn an stand fest, dass ihre Reise mit den Olympischen Spielen ihren Abschluss finden wird. Bereits in ihrer frühen Kindheit war Sport ein wichtiger Teil von Hiemers Lebens, der sie in die HIB Saalfelden führte, wo sie als Quereinsteigerin in den Leistungszweig Langlauf aufgenommen wurde. Parallel trainierte Hiemer Triathlon und erfüllte sich als 18-Jährige den Traum vom Ironman. Mit 18 Jahren entdeckte sie auch ihre Leidenschaft für Skitourenrennen. Der Hochwurzenlauf in ihrer Heimatgemeinde gilt als Startschuss für ihre Skimo-Karriere. 2016 folgten die Aufnahme in den ÖSV-Kader sowie die ersten Weltcup-Einsätze, die ihr unter anderem WM-Bronze in der U23-Kategorie einbrachten. Als frisch gebackene Uni-Absolventin und werdende Mutter beendete Hiemer 2018 ihre Weltcupkarriere. Die Leidenschaft für Wettkämpfe blieb jedoch bestehen und so stand Hiemer bei Klassikern wie der Mountain Attack oder der Sella Ronda am Start. Mittlerweile Mutter von zwei Kindern, ergriff sie 2021 die Chance, bei der Olympia-Premiere 2026 anzutreten. Mit Rückendeckung durch Familie und Freundeskreis meldete sich die damals 26-Jährige im Weltcup zurück und legte eine beachtliche Entwicklung hin. 2024 folgte das erste Podest. Unvergessen bleibt auch der historische Doppelsieg beim Heimweltcup und 2025 schließlich die Qualifikation für Olympia. Auch wenn die Winterspiele nicht die erhofften Medaillen brachten, hat die 31-Jährige Unglaubliches erreicht und darf auf beeindruckende Erfolge zurückblicken. Nun freut sich Hiemer, wieder mehr Zeit mit ihrer Familie, ihren Kindern und ihrem Mann zu verbringen.