Die jüngste Gemeinderatssitzung in Stainach-Pürgg stand ganz im Zeichen eines personellen Neubeginns und eines bewegenden Abschieds. Nach dem Rücktritt von Bgm. Roland Raninger und Vize Johann Gasteiner wurden Bernhard Schachner und Bernd Tasch als neue Gemeindespitze ...
Die jüngste Gemeinderatssitzung in Stainach-Pürgg stand ganz im Zeichen eines personellen Neubeginns und eines bewegenden Abschieds. Nach dem Rücktritt von Bgm. Roland Raninger und Vize Johann Gasteiner wurden Bernhard Schachner und Bernd Tasch als neue Gemeindespitze offiziell in ihre Ämter bestellt.
Zahlreiche Bürger sowie politische Vertreter aus der Region waren gekommen, um die Wahl des neuen Bürgermeisters und Vizebürgermeisters mitzuerleben. Als Vertreter der deutschen Partnergemeinde Breisach am Rhein war Ortsvorsteher Frank Greschel aus Niederrimsingen angereist. Die Angelobung der neu gewählten Gemeindevertreter nahm Bezirkshauptmann Nico Groger vor. Bei der Bürgermeisterwahl entfielen 13 der 14 abgegebenen Stimmen auf Bernhard Schachner, eine Stimme war ungültig. Zum Vizebürgermeister wurde Bernd Tasch einstimmig mit allen 14 Stimmen gewählt. Der neue Bürgermeister Bernhard Schachner, Biobauer aus Wörschachwald, ist tief in der Gemeinde verwurzelt. Seit Jahrzehnten engagiert er sich bei der Freiwilligen Feuerwehr, privat ist der 39-Jährige Vater von zwei Kindern und in seiner Freizeit gerne in der Natur unterwegs. In seiner ersten Ansprache betonte Schachner die Herausforderungen, vor denen die Gemeinde steht: „Wir müssen schauen, dass wir wieder handlungsfähig werden – vor allem finanziell. Es geht darum, wieder ins Gestalten zu kommen.“ An seiner Seite steht Vizebürgermeister Bernd Tasch, Enkel von Kurt Tasch, der erst seit einem Jahr im Gemeinderat tätig ist. Der in Untergrimming lebende Familienvater von zwei Töchtern ist beruflich seit 24 Jahren in Altaussee im Bereich Mobilitätsdienstleistungen tätig und seit 2025 Geschäftsführer des Unternehmens.
„Menschlich viel gelernt“
Für einen besonders emotionalen Moment sorgte der Abschied von Bürgermeister Roland Raninger, der nach zehn Jahren und drei Tagen im Amt zurücktrat. In einer bewegenden Rede blickte er auf eine prägende Zeit zurück: „Diese Jahre waren reich an Erfahrungen. Ich habe nicht nur politisch, sondern vor allem menschlich viel gelernt.“ Unter seiner Führung wurden zahlreiche Projekte umgesetzt, darunter der Ausbau der Volksschule, die Errichtung einer Kinderkrippe, die Erweiterung der Kinderbetreuung, Verbesserungen in der Trinkwasserversorgung sowie Infrastrukturprojekte wie der Kreisverkehr in Trautenfels und die Sanierung von Schloss Trautenfels. Besonders intensiv sei die Phase rund um die geplante Errichtung des Leitspitals in Stainach-Pürgg gewesen. „Diese Zeit war fordernd und belastend, aber getragen von der Überzeugung, eine große Chance für die Gesundheitsversorgung zu schaffen“, so Raninger. Die spätere Entscheidung der Landesregierung, das Projekt nicht weiterzuverfolgen, habe schließlich zu seinem Rücktritt geführt. Dies sei für ihn und den scheidenden Vizebürgermeister Johann Gasteiner der ehrlichste und konsequenteste Schritt gewesen.
Für seine Arbeit wurde Raninger mit Standing Ovations gewürdigt. Sein Nachfolger Schachner fand anerkennende Worte: „Du hast uns riesige Fußstapfen hinterlassen – geprägt von Professionalität, Sachpolitik und Geradlinigkeit.“ Mit Schachner und Tasch übernimmt nun eine neue Generation Verantwortung in Stainach-Pürgg mit dem erklärten Ziel, „für Kinder und Enkelkinder eine schöne lebenswerte Gemeinde zu hinterlassen“.