Der Gartenbau der Lebenshilfe Ennstal feiert heuer sein 25-jähriges Bestehen. In Raumberg-Gumpenstein werden nicht nur Gartenpflanzen in Bioqualität verkauft, sondern auch neue Sorten gezüchtet.
Vergangene Woche wurde die blühende Kooperation zwischen ...
Der Gartenbau der Lebenshilfe Ennstal feiert heuer sein 25-jähriges Bestehen. In Raumberg-Gumpenstein werden nicht nur Gartenpflanzen in Bioqualität verkauft, sondern auch neue Sorten gezüchtet.
Vergangene Woche wurde die blühende Kooperation zwischen der Lebenshilfe Ennstal und der HBLFA Raumberg-Gumpenstein gefeiert, die im Mai 2001 ihren Anfang fand. Und das „auf der Basis eines Handschlags, der noch heute gilt“, so der Leiter der Lehrund Forschungsanstalt, Johann Gasteiner. Waren es damals noch 300 m², die der Lebenshilfe zur Verfügung gestellt wurden, beträgt die Anbaufläche heute um die 1200 m². Seit 2016 tragen die Jungpflanzen, die hier gezogen und verkauft werden, sogar das Biogütesiegel. Dementsprechend groß ist auch die Nachfrage, die nicht nur aus der näheren Umgebung, sondern auch aus Oberösterreich, dem Murtal und dem oberen Ennstal zu verzeichnen ist. Viel wichtiger sei jedoch, dass „unsere Kundinnen und Kunden eine sinnstiftende Arbeit haben, die viel Freude bereitet“, sagt Lebenshilfe-Geschäftsführer Andreas Steer.
Kooperation mit Betrieben
Neben der HBLFA Raumberg-Gumpenstein konnten in den vergangenen 25 Jahren noch weitere Kooperationspartner für das Gartenbauprojekt der Lebenshilfe Ennstal gewonnen werden. Diese würden nicht nur Jungpflanzen des sozialen Betriebs verkaufen, sondern auch Praktikumsplätze zur Verfügung stellen, sagt Birgit Eker, denn im Gartenbau „versuchen wir unsere Kundinnen und Kunden darauf vorzubereiten, in der freien Wirtschaft Fuß zu fassen“, so die Lebenshilfe-Mitarbeiterin. Dies sei bereits mehrfach gelungen, worauf „wir alle sehr stolz sein können“, wie Eker betont. Seit mittlerweile 25 Jahren prägt sie maßgeblich das Gartenprojekt in Raumberg-Gumpenstein und ist auch federführend in ehrgeizigen Züchtungsvorhaben. Eines davon ist die Ennstaler Freilandtomate. Dabei handelt es sich um eine Tomatensorte, die sich optimal den klimatischen Bedingungen im Ennstal anpassen soll, sodass eine Aussaat auch im Freien möglich ist.
Ehrgeizige Züchtungen
Noch ist es zwar nicht so weit, dass die Ennstaler Freilandtomate auch bereits zum Verkauf steht, doch „wir sind auf einem guten Weg“, bittet Eker noch um etwas Geduld, denn „ein solcher Züchtungsprozess dauert in Summe rund acht Jahre“, wie die Fachfrau betont. Parallel wird auch noch eine weitere Sorte gezüchtet: die Gumpensteiner Perle. Eine Cocktailtomate, die Eker als Ausdruck des Danks an Johann Gasteiner von der HBLFA Raumberg-Gumpenstein im Zuge der Feierlichkeiten überreichte. Die beiden Tomatenzüchtungen sind jedoch nicht das einzige ehrgeizige Projekt, das das Gartenbauteam verfolgt: In Kooperation mit dem Regionalmanagement Bezirk Liezen, kurz RML, wird auch eine spezielle Ackerbohne vermehrt, die im alpinen Klima gut gedeihen kann.