Die Kapelle „Maria unter den sieben Linden“ blickt auf eine bewegte Geschichte zurück.
Zahlreiche Gläubige aus Hieflau und der Umgebung folgten am Wochenende der Einladung zur feierlichen Segnung der renovierten Kapelle „Maria unter den sieben ...
Die Kapelle „Maria unter den sieben Linden“ blickt auf eine bewegte Geschichte zurück.
Zahlreiche Gläubige aus Hieflau und der Umgebung folgten am Wochenende der Einladung zur feierlichen Segnung der renovierten Kapelle „Maria unter den sieben Linden“ auf der Wandau. Den Gottesdienst leitete Provisor David Simon, die musikalische Umrahmung übernahm der Singkreis Hieflau unter der Leitung von Martha Stadler. Provisor Simon zeigte sich tief bewegt vom Zusammenhalt und dem freiwilligen Einsatz zahlreicher Helferinnen und Helfer, die diese umfassende Sanierung möglich gemacht hatten.
Die Wandaukapelle blickt auf eine jahrhundertealte Tradition zurück. Errichtet wurde sie vermutlich im 17. Jahrhundert von Bergwerksarbeitern und gläubigen Spendern. Ihr Beiname „Maria unter den sieben Linden“ verweist auf die sieben Lindenbäume, die das kleine Gotteshaus umgeben.
Besonders hervorzuheben ist das Altarbild der Schutzmantelmadonna – ein Werk des k.u.k. Hofmalers Johann Madl aus dem Jahr 1900. Auch die drei Glocken der Kapelle, darunter die historische Hieflauer Schichtglocke, prägen den einzigartigen Charakter dieses spirituellen Ortes.
Mit dem angrenzenden Waldstück ist ein dunkles Kapitel der Geschichte verbunden: In den letzten Kriegstagen des Jahres 1945 wurden dort zahlreiche Soldaten von der Deutschen Wehrmacht hingerichtet und an Ort und Stelle bestattet. Zur Erinnerung an dieses unfassbare Leid und als Mahnung für kommende Generationen errichtete der einheimische Künstler Max Tischhart im Jahr 1966 ein Mahnmal. Ein Zeichen gegen das Vergessen – für Frieden, Menschlichkeit und Hoffnung in einer Zeit, die es dringend braucht.