Eine in Raumberg-Gumpenstein entwickelte App verarbeitet Daten aus dem Weltraum und gibt Auskunft über die Entwicklung des Grünlandes. Das erleichtert die Planung der Mahd und verspricht Effizienz. Die Nutzung ist kostenlos.
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Eine in Raumberg-Gumpenstein entwickelte App verarbeitet Daten aus dem Weltraum und gibt Auskunft über die Entwicklung des Grünlandes. Das erleichtert die Planung der Mahd und verspricht Effizienz. Die Nutzung ist kostenlos.
Die Digitalisierung im Grünland und in der Viehwirtschaft stand vergangene Woche in Raumberg-Gumpenstein im Mittelpunkt. Über 250 Fachleute aus Wirtschaft, Forschung und Politik diskutierten über aktuelle Entwicklungen rund um Digitalisierung und Erdbeobachtung in der Landwirtschaft. Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig erklärte die strategische Ausrichtung der österreichischen Landwirtschaft im globalen Gefüge: „Unser Zugang ist die Produktion von natürlichen Lebensmitteln und resilienten Betrieben. Ein entscheidender Faktor, um wettbewerbsfähig zu bleiben, ist dabei die Digitalisierung.“ Durch die digitale Unterstützung, lassen sich Ressourcen wie Dünger und Pflanzenschutzmittel optimiert einsetzen. Das Ziel sei Versorgungssicherheit durch eine nachhaltige Landwirtschaft.
App für Grünlandbauern
Im Mittelpunkt der Fachtagung stand die Vorstellung der neuen SatGrass-App Gumpenstein. Die Anwendung nutzt hochauflösende Satellitendaten und kombiniert Wetterdaten mit langjährigen Forschungsdaten aus österreichischen Grünlandregionen. Dadurch ist es möglich, das Wachstum auf Mähwiesen zu beobachten und den Biomassezuwachs in Echtzeit darzustellen. So können Betriebe den optimalen Schnittzeitpunkt bestimmen, Erträge abschätzen und die Futterqualität besser planen – direkt am Smartphone oder Computer. Mit wenigen Klicks lässt sich so die Mahd der entsprechenden Flächen eruieren.
Daten aus dem Weltraum
Die Grundlage für die SatGrass-App liefert die Europäischen Weltraumagentur (ESA). „Europa investiert mehr als jeder andere Kontinent in die Erdbeobachtung“, sagte der Leiter der Satelliten-Mission der ESA, Nicolaus Hanowski. Raumfahrt in Europa bedeute Anwendungsorientiertheit, was auch die Zusammenarbeit mit Raumberg-Gumpenstein beweise.
Forschung mit praktischem Nutzen
Die Projektleiter Andreas Schaumberger und Andreas Klingler betonten den praktischen Nutzen der Entwicklung: „Mit Sat-Grass ist es gelungen, ein wissenschaftliches Forschungsprojekt in ein praxisnahes digitales Werkzeug für die Landwirtschaft zu überführen. Was als Idee begann, mit Satelliten das Wachstum auf Mähwiesen zu beobachten, hat sich zu einem leistungsfähigen System entwickelt, mit dem Ertrag und Futterqualität in Echtzeit abgeschätzt werden können.“ Gestartet hat das Projekt vor acht Jahren, die Entwicklungskosten lagen zwischen ein und zwei Millionen Euro. Die App auf andere Länder und Kontinente auszuweiten sei denkbar. Interesse ist bereits vorhanden, insbesondere aus Südamerika gibt es konkrete Nachfragen.