Nach sechs Wochen Krieg und immer weiter gehender Eskalation scheint jetzt eine Waffenruhe am Persischen Golf zum Greifen nahe. Für zwei Wochen sollen die Waffen schweigen und die Straße von Hormus soll für die Schifffahrt wieder geöffnet werden. Allein diese Nachricht sorgte ...
Nach sechs Wochen Krieg und immer weiter gehender Eskalation scheint jetzt eine Waffenruhe am Persischen Golf zum Greifen nahe. Für zwei Wochen sollen die Waffen schweigen und die Straße von Hormus soll für die Schifffahrt wieder geöffnet werden. Allein diese Nachricht sorgte für einen massiven Rückgang des Rohölpreises und einen starken Anstieg an den internationalen Finanzmärkten. Die Hoffnung auf eine Normalisierung ist also intakt, obwohl der Teufel wohl im Detail der kommenden Friedensverhandlungen liegt. Denn in der Sache sind die Parteien so weit voneinander entfernt wie nie zuvor. Die USA haben einsehen müssen, dass ein schneller Sieg ohne Bodentruppen unmöglich ist (eine Erkenntnis, die nach zahlreichen ähnlich gelagerten Fällen in der Vergangenheit wenig überrascht). Und der Iran treibt die Eskalation nach der blutigen Niederschlagung der Proteste im eigenen Land auf die Spitze. Dazu bedient er sich wenig überraschend der Meerenge von Hormus und der Zerstörung von Ölanlagen in den unbeteiligten Nachbarländern. Denn gegen die USA selbst kann der Iran nichts ausrichten, also wird auf Umwegen Druck aufgebaut.
Wie eine Lösung in dem Konflikt aussehen könnte, ist aktuell schwer vorstellbar. Die USA werden zumindest auf eine völlige Wiederaufnahme des Handels in der Region samt Einstellung von Atom- und Raketenherstellung im Iran bestehen. Und der Iran wird all das ablehnen, da er damit sein einziges Druckmittel aus der Hand geben würde. Trotzdem bleibt zu hoffen, dass es eine Lösung gibt, denn wie stark wir alle unter dem Konflikt leiden, haben schon wenige Wochen gezeigt.
Franz Wallig