Optimismus statt Pessimismus
27.02.2026 Junges EnnstalNeben all den negativen Schlagzeilen, die uns tagtäglich an den Kopf geworfen werden, wird oftmals der Blick aufs Positive vergessen. Warum gute Nachrichten ihre Daseinsberechtigung haben.
Negative Schlagzeilen verkaufen sich besser. Sie erregen mehr Aufsehen, ...
Neben all den negativen Schlagzeilen, die uns tagtäglich an den Kopf geworfen werden, wird oftmals der Blick aufs Positive vergessen. Warum gute Nachrichten ihre Daseinsberechtigung haben.
Negative Schlagzeilen verkaufen sich besser. Sie erregen mehr Aufsehen, sind provokant und sorgen für Diskussionen. Dabei werden wir allmählich unter all diesen fatalen Neuigkeiten begraben. Einerseits ist es wichtig über Missstände zu schreiben, die Gesellschaft zu informieren und über das Weltgeschehen auf den aktuellen Stand zu bringen. Dennoch wird in all diesen negativen Zeilen oftmals verdrängt, dass es auch viele positive Ereignisse rund um die Welt gibt. Auch diese sind es wert, geteilt zu werden. Sie können gerade in Zeiten wie jetzt Hoffnung schenken, Mut machen und zeigen, dass es auch positive Entwicklungen gibt. Positive Schlagzeilen und Nachrichten erinnern die Menschen daran, dass es nicht nur Krisen, Kriege, Konflikte und Katastrophen gibt. Sie sind wichtig und zeigen, dass auch Innovation, Empathie, Zusammenhalt und Menschlichkeit nicht verloren gegangen sind.
Studien haben bewiesen, dass der langzeitige Konsum negativer Nachrichten sich auf das psychische Wohlbefinden auswirken kann. Viele Menschen empfinden dann sogenannten „Weltschmerz“. Das bedeutet, sie fühlen sich zutiefst traurig und verspüren zusätzlich Resignation und Hoffnungslosigkeit aufgrund globaler Krisen. Die Schnelllebigkeit und hohe Frequenz an Nachrichten in sozialen Medien wie Instagram oder TikTok fördern diesen Weltschmerz und können Gefühle wie Angst, Stress oder depressive Verstimmungen auslösen. Würden dann vermehrt auch positive Nachrichten konsumiert werden, kann so diesem Gefühl entgegengewirkt werden. Menschen tendieren nämlich dazu, immer das Schlechte in allem zu sehen und verlieren so den Blick aufs Positive.
Wirft man einen Blick auf die positiven Geschehnisse der Welt, merkt man wie viel Gutes auch passiert. Zum Beispiel gibt es ein großes Projekt von Fridays for Future, das sich „The Great Green Wall“ nennt. Es will die Zone südlich der Sahara in einen mit Bäumen bepflanzten Grünstreifen verwandeln. Dieser Grünstreifen soll einerseits das Wachstum der Wüste eindämmen und andererseits trägt es positiv zum Klimawandel bei und verbessert die Lebensqualität der Menschen dort. Auch im Bereich erneuerbare Energie investieren Staaten immer mehr in Solar-, Wind- und Wasserkraft, wodurch der CO2-Ausstoß sinkt. Le Dinh Tuyen deckt illegalen Sandabbau im Mekong-Delta auf, woraufhin 44 Beteiligte verurteilt und der Abbau eingeschränkt wurde. Vielen Rohstofffirmen in Indonesien wurden Genehmigungen entzogen, weil sie Wälder und Ökosysteme beschädigt und ausgebeutet haben. In Bulgarien werden sogenannte „Green Prisons“ umgesetzt. Sie setzen auf erneuerbare Energien, Eigenverantwortung und Ausbildungen. Weitere positive Neuigkeiten der letzten Zeit sind, dass in Deutschland die Recyclingquote für Kunststoff deutlich gestiegen ist, dass in Colorado die weltweit größte Wildtierbrücke eröffnet wurde oder dass bei einem Crash-Test erstmals realistisch der weibliche Körperbau berücksichtigt wurde und somit eine große Sicherheitslücke geschlossen wurde. Auch spannend ist die Sichtung und die daraus entstandene Aufnahme einer Riesenqualle und zuletzt gibt es einen medizinischen Fortschritt: Krebskranke Menschen haben laut Statistik Austria immer bessere Überlebenschancen.
Auch allgemein tut sich einiges. Junge Menschen engagieren sich zunehmend für soziale und politische Themen wie Klimaschutz, Menschenrechte, Gleichberechtigung, Bildung und vieles mehr. Von diesen positiven Nachrichten gibt es viele, manche gehen in der Quantität der negativen Schlagzeilen unter und bekommen nicht die Bühne, die sie verdient hätten. Denn sie schenken vor allem eines: Hoffnung.
Christina Gösweiner


