In Wildalpen befindet sich der Objektschutzwald Rauchmäuer. Er soll die dort vermehrt vorkommenden Steinschläge davon abhalten, ungebremst ins Tal zu stürzen. Teilnehmende zweier Exkursionen konnten sich kürzlich vom Erfolg des Projekts ...
In Wildalpen befindet sich der Objektschutzwald Rauchmäuer. Er soll die dort vermehrt vorkommenden Steinschläge davon abhalten, ungebremst ins Tal zu stürzen. Teilnehmende zweier Exkursionen konnten sich kürzlich vom Erfolg des Projekts überzeugen.
Vor rund 6000 Jahren ereignete sich der größte Bergsturz der Ostalpen in der Natur- und Geoparkgemeinde Wildalpen.
Und auch in den 1990ern und den beginnenden 2000er-Jahren donnerten vermehrt Steinschläge von den Rauchmäuern hinunter in den kleinen Ort. Bislang letztes Ereignis: Ein Felssturz am 26. Mai dieses Jahres. Um Vorfälle wie diese so gut wie möglich abzufedern, ist die Schutzfunktion des Waldes unverzichtbar. Darum wurde bereits im Jahr 2013 das Projekt „Objektschutzwald Rauchmäuer“ ins Leben gerufen. Da der Wald zu dieser Zeit große Lücken aufwies und die natürliche Verjüngung der Baumgesellschaft aufgrund von vermehrtem Verbiss durch Wild nur schleppend voranschritt, vereinbarten die Stadt Wien und angrenzende Grundstückseigentümer eine langfristige Schwerpunktbejagung von dreißig Jahren sowie die Errichtung weiterer Schutzmaßnahmen.
Deutlicher Rückgang von Wildschäden
Das regelmäßige Monitoring zeige inzwischen deutliche Erfolge, heißt es nun von Seiten des Natur- und Geoparks Steirische Eisenwurzen: Waren zu Projektbeginn noch rund 65 Prozent der jungen Triebe verbissen, liegen die Werte heute unter 15 Prozent.
Von dieser positiven Entwicklung konnte sich kürzlich auch eine Schülergruppe der Land- und Forstwirtschaftlichen Fachschule Grabnerhof überzeugen, die unter Anleitung von Oberforstrat Peter Lepkowicz, Revierleiter Manfred Arrer und Gebietsbauleiter Markus Mayerl von der Wildbach- und Lawinenverbauung zum höchsten Punkt des Objektschutzwaldes aufstieg. Mit einem besonderen Fokus auf die Rolle der Jagd in Verbindung mit dem Schutzwaldmanagement fand eine weitere Exkursion statt. Diese brachte einmal mehr zum Ausdruck, dass „die Erhaltung des Objektschutzwaldes Rauchmäuer Voraussetzung für die Sicherheit des Siedlungsraumes in Wildalpen ist. Nur in Kombination mit einem funktionierenden Schutzwald werden die technischen Maßnahmen in diesem Bereich langfristig Schutz bieten können“, wie Gebietsbauleiter Markus Mayerl betont.
Schlüssel in der Diversität
Trotz aller Erfolge steht der Wald unter zunehmendem Druck: Der Klimawandel bringt längere Trockenphasen, Extremwetter und Stürme. Um die Widerstandskraft trotzdem aufrecht zu erhalten, liegt der Schlüssel in der Vielfalt der Baumarten.
Doch auch widerstandsfähige Wälder seien vor Schäden nicht gänzlich gefeit, heißt es von Seiten des Natur- und Geoparks Steirische Eisenwurzen. Umso wichtiger seien langfristige Projekte wie jenes in Wildalpen, das auf einer faktenbasierenden Zusammenarbeit zwischen Waldbesitzenden, Jagd und Behörden gründe.