Niederöblarn: Rekordjahr für die Flugrettung
31.01.2025 RegionalesTag und Nacht, bei Wind und Wetter: Die Crew der ÖAMTC-Flugrettung am Stützpunkt Niederöblarn ist unermüdlich im Einsatz, um Leben zu retten.
Die ÖAMTC-Flugrettung verzeichnete im vergangenen Jahr österreichweit 22.203 Rettungsflüge. ...
Tag und Nacht, bei Wind und Wetter: Die Crew der ÖAMTC-Flugrettung am Stützpunkt Niederöblarn ist unermüdlich im Einsatz, um Leben zu retten.
Die ÖAMTC-Flugrettung verzeichnete im vergangenen Jahr österreichweit 22.203 Rettungsflüge. Das entspricht durchschnittlich 61 Einsätzen pro Tag und stellt einen neuen Rekord in der Geschichte der Organisation dar. Zum Vergleich: Im Jahr 2023 gab es 20.823 Einsätze und der bisherige Höchststand aus dem Jahr 2022 lag bei 21.934 Alarmierungen.
Auch am Stützpunkt Niederöblarn wurden 2024 beeindruckende Einsatzzahlen erreicht. Unter der Leitung von Gerhard Brunner wird hier Jahr für Jahr Großes geleistet – 2024 markierte dabei ein besonders arbeitsreiches Jahr. Der Hubschrauber Christophorus 14 (C14) wurde insgesamt 1059 Mal alarmiert. Dies bedeutet eine Steigerung um 44 Einsätze im Vergleich zum Vorjahr. Von den Alarmierungen entfielen 914 auf Primäreinsätze, bei denen direkt am Notfallort Hilfe geleistet wurde. Zusätzlich wurden 116 Sekundäreinsätze durchgeführt, bei denen Patienten von einem Krankenhaus in ein anderes verlegt wurden. Insgesamt 29 Mal handelte es sich um Fehleinsätze. Rund 181 Mal hoben die „gelben Engel“ in der Nacht ab. Insgesamt 290 Einsätze entfielen auf internistische Notfälle. Im Bereich Freizeit, Sport und Touristik alpin wurden 267 Einsätze verzeichnet, darunter 126 Pistenunfälle und 55 Wanderunfälle. Zudem musste die Crew bei 155 neurologischen Notfällen ausrücken. Bei 74 Einsätzen war der Einsatz einer Seilbergung erforderlich.
Christophorus 99 ergänzt die Flotte
Neben dem C14 ist in Niederöblarn saisonal auch der Christophorus 99 (C99) stationiert. Im Jahr 2024 absolvierte die Maschine insgesamt 304 Einsätze. Dabei handelte es sich bei 268 Alarmierungen um Primäreinsätze und bei 27 um Sekundäreinsätze. Neun Einsätze mussten als Fehleinsätze verbucht werden. Von den 304 Einsätzen des C99 waren 140 im Bereich Freizeit-, Sport- und Touristik alpin, darunter 74 Pistenunfälle und 21 Wanderunfälle. Weitere 55 Einsätze betrafen internistische Notfälle und 32 Mal wurden neurologische Notfälle wie Schlaganfälle versorgt. Insgesamt 29 Einsätze erforderten eine Seilbergung.
Breites Einsatzspektrum
Die Einsatzstatistik zeigt deutlich, wie vielseitig die Aufgaben der ÖAMTC-Flugrettung sind. Die Crews werden sowohl bei Freizeitund Verkehrsunfälle als auch bei schweren medizinischen Notfällen wie Herzinfarkten oder Schlaganfällen alarmiert. Besonders in solchen Situationen ist der Geschwindigkeitsvorteil des Hubschraubers entscheidend und kann Leben retten. „Das Spannendste an dieser Arbeit ist die Unvorhersehbarkeit“, erklärt Stützpunktleiter Gerhard Brunner. „Es kann in einem Moment um einen Verkehrsunfall gehen, im nächsten um einen Einsatz auf einem Gletscher oder um die Unterstützung bei einer Geburt.“ Gleichzeitig betont er die Befriedigung, die seine Arbeit mit sich bringt: „Es ist schön, in kurzer Zeit Menschen in Not helfen zu können.“ Besonders stolz ist Brunner auf die Flexibilität seines Teams, das auch bei außergewöhnlichen Einsätzen überzeugt. So unterstützte die Crew im vergangenen Jahr den Katastrophendienst bei Hochwassereinsätzen in Niederösterreich. Die Niederöblarner Piloten und Flugretter halfen per Tau Menschen von Hausdächern und Fahrzeugen zu bergen.
Meilenstein: Nacht-Bergungen mit Seilwinde
Ein technischer Meilenstein steht 2025 bevor. Die Crew in Niederöblarn bereitet sich auf den Testbetrieb einer Seilwinde vor, die auch nächtliche Bergungen ermöglichen soll. Bislang müssen Notarzt und Flugretter bei Nacht oft in der Nähe des Unfallorts abgesetzt werden, die neue Technik soll dies künftig erleichtern. Für die Vorbereitung wird derzeit eine Seilwinde auf einem Hubschrauber installiert und die Crew absolviert ein umfassendes Trainingsprogramm. Der Testbetrieb ist für den Sommer 2025 geplant. „Es ist eine große Herausforderung, aber ein wichtiger Schritt, um unsere Einsatzfähigkeit weiter zu verbessern“, so Brunner. Gleichzeitig bittet der Stützpunktleiter um Verständnis, da es im Rahmen des Testbetriebs zu vermehrten Nacht- und Trainingsflügen kommen wird. Weiters appelliert er an die Bevölkerung, sich niemals einem laufenden Hubschrauber zu nähern, besonders nicht von der Hinterseite.
Die ÖAMTC-Flugrettung ist seit ihrer Gründung im Jahr 1983 eine unverzichtbare Säule der medizinischen Versorgung in Österreich. Die beeindruckenden Einsatzstatistiken und die stetige Weiterentwicklung der Technik zeigen, wie wichtig die Arbeit der „gelben Engel“ ist – in Niederöblarn und darüber hinaus.