Neue Führung am Loser
19.06.2026 RegionalesDer neue Geschäftsführer möchte die Loser-Bergbahnen zu einer Ganzjahresdestination entwickeln. Oliver Freund übernimmt den Betrieb mit 1. September.
Oliver Freund folgt auf den langjährigen Geschäftsführer Rudi Huber, der sich in ...
Der neue Geschäftsführer möchte die Loser-Bergbahnen zu einer Ganzjahresdestination entwickeln. Oliver Freund übernimmt den Betrieb mit 1. September.
Oliver Freund folgt auf den langjährigen Geschäftsführer Rudi Huber, der sich in den Ruhestand verabschiedet. Seine neue Position an der Spitze der Loser-Bergbahnen soll der 53-Jährige schon am 1. September antreten, kurz vor Start der kommenden Wintersaison. Der Übergabeprozess habe jedoch bereits mit Juni gestartet, wie Freund informiert, und werde noch bis zirka Ende August dauern. Dabei sei er vom gesamten Team „sehr offen, herzlich und hilfsbereit“ empfangen worden, wie er sagt. Seine Kernaufgabe sieht der neue Geschäftsführer in der Weiterentwicklung des Skigebiets zur Ganzjahresdestination. Die Basis sei mit dem Bau der neuen Gondelbahn, die im Herbst 2024 eröffnet wurde, bereits geschaffen worden, um „die vielen Monate außerhalb der Ski-Saison gut bespielen zu können“, sagt Freund. Das Ergebnis des diesjährigen Sommers ist zwar noch abzuwarten, doch im Vorjahr konnte die neue Bahn durchaus punkten: „Die Frequenz hat sich massiv von der Mautstraße auf die Gondelbahn verlagert – mit klarem Entwicklungspotenzial“, so Freund. Im Winter habe man sogar einen Gästezuwachs von 70 Prozent verzeichnen können.
Neuer Naturgefahren-Trail
Mit der Errichtung der neuen Seilbahn sei die Phase der großen Investitionen abgeschlossen. Nun gelte es, „die Refinanzierung dementsprechend sicherzustellen“, so der neue Geschäftsführer. Dies soll durch neue Angebote gelingen, die Freund am Loser schaffen will. Besonders wichtig: „Den Loser als Naturerlebnis und Naturbildungswerk zu entwickeln und zu positionieren“, betont Freund, der davon absieht, künstliche Erlebniswelten zu erschaffen. In Planung ist ein interaktiver Naturgefahren-Trail, auf dem Kinder anhand von Simulationen Naturgewalten verstehen und begreifen lernen sollen. Dabei „möchte ich auf Wissensvermittlung durch Personen setzen, nicht durch digitale Geräte“, wie er betont. Die geführten Touren sollen sich hauptsächlich an Schulen richten und an der Bergstation starten. Die Themen würden von Felssturz, über Hangrutschungen bis zu Hochwasser reichen. An den einzelnen Stationen würden Kinder aktiv Versuche durchführen können, wie etwas das modellhafte Errichten eines Schutzwaldes, um dessen Funktion im Falle eines Felssturzes erfahrbar zu machen, so Freund.
Loseralm als Place-to-be
Auch für die Loseralm hat Freund Pläne. Diese sei hinsichtlich ihrer Lage mit Blick auf die Ausseer Seen und den Dachstein „konkurrenzlos“, wie der neue Geschäftsführer betont. Dennoch habe der Betrieb „sicherlich noch mehr Potenzial, was das Angebot betrifft“, so Freund. Seine Vision: „Die Loseralm soll ein Place-to-be werden; sowohl für Gäste als auch für Einheimische.“ Denn durch die direkte Anbindung an die Gondelbahn würden sich Sommer wie Winter viele Möglichkeiten abseits der klassischen Gastronomie anbieten, etwa Konzerte, Kulturveranstaltungen und Feierlichkeiten.
Von Aflenz nach Grundlsee
Sein Know-how in der Seilbahn-Branche konnte Freund in seiner Tätigkeit als Geschäftsführer der Aflenzer Bürgeralm sowie des Skigebiets Brunnalm auf der Hohen Veitsch sammeln. Zudem war er 15 Jahre lang in der Regionalentwicklung und zehn Jahre lang als Geschäftsführer der Kapfenberg Bulls im Bereich des Profibasketballs tätig. Warum er als nächstes berufliches Ziel den Loser ausgewählt hat? „Die Familie meiner Mutter stammt aus dem Ausseerland. Mein Großvater väterlicherseits war hier Kurarzt. Daher habe ich hier jede freie Minute meiner Kindheit und Jugend verbracht“, so Freund. In Altaussee habe er das Skifahren gelernt, ebenso wie seine Kinder. Und auch in späteren Jahren habe es ihn immer wieder ins Ausseerland gezogen. Nach 27 Jahren in Aflenz sei er mit seiner Familie mittlerweile in Grundlsee beheimatet. Für ihn biete der Loser „eine Naturkulisse, die seinesgleichen sucht“, wie er sagt. Dieses Naturjuwel wolle er nun noch mehr Menschen vermitteln, das jedoch „sehr behutsam“, wie er betont.


