Nemak kauft Georg Fischer
08.05.2026 RegionalesEin mexikanischer Automobilzulieferer übernimmt die GF Casting Solutions. Der Verkauf betrifft auch die Standorte in Altenmarkt und St. Gallen.
Mit der Transaktion wechselt ein zentraler Teil von Georg Fischer in neue Hände: Betroffen sind ...
Ein mexikanischer Automobilzulieferer übernimmt die GF Casting Solutions. Der Verkauf betrifft auch die Standorte in Altenmarkt und St. Gallen.
Mit der Transaktion wechselt ein zentraler Teil von Georg Fischer in neue Hände: Betroffen sind weltweit rund 2500 Beschäftigte. Der Verkauf umfasst das gesamte Automobil-Geschäft von GF Casting Solutions mit einem Jahresumsatz von rund 707 Millionen US-Dollar. Der Kaufpreis beläuft sich auf etwa 336 Millionen US-Dollar. Auch die beiden Werke im Bezirk Liezen, die eine Schlüsselrolle im globalen Produktionsnetzwerk von GF Casting Solutions einnehmen, sind Teil der Übernahme. Nach Abschluss aller behördlichen Genehmigungen ist die Integration in den Nemak-Konzern nun offiziell angelaufen.
Etablierte Standorte
GF Casting Solutions kombiniert Entwicklungskompetenz mit über 200 Jahren Produktionsexzellenz in der Automobilindustrie, um innovative Lösungen zu produzieren. Das Unternehmen hat sich auf die Bereiche Karosserie, E-Mobilität sowie Fahrwerk spezialisiert. In den Produktionsstandorten in Altenmarkt und St. Gallen fertigen mehr als 600 Mitarbeitende hochkomplexe Druckgussteile aus Aluminium und Magnesium für die Automobilindustrie. Die Fertigung umfasst unter anderem 15 Aluminium- und neun Magnesium-Druckgusszellen sowie umfangreiche Weiterverarbeitungsschritte wie Wärmebehandlung, Bearbeitung, Beschichtung und Montage. Seit der Übernahme des Standorts durch Georg Fischer im Jahr 1999 haben sich die beiden Werke zu wichtigen Zulieferern für internationale Automobilhersteller entwickelt. Komponenten aus der Region finden sich heute in fast allen Fahrzeugen, darunter Marken wie BMW, Jaguar-Land Rover, Volkswagen, Volvo Cars, Porsche, Ford und Mercedes Benz, uvm.
Experte für Leichtbauteile
Die Übernahme durch Nemak erfolgt in einer Phase tiefgreifender Umbrüche in der Automobilbranche. Elektromobilität, Leichtbau und neue Mobilitätskonzepte verändern die Anforderungen an Zulieferer grundlegend. Nemak ist ein in Mexiko ansässiger Spezialist für Aluminiumverarbeitung, der sich auf die Entwicklung und Produktion von Komponenten für die Automobilindustrie konzentriert. Das Unternehmen fertigt insbesondere Motorblöcke, Zylinderköpfe sowie andere strukturelle Leichtbauteile. Mit einem globalen Produktionsnetzwerk von 38 Werken in 16 Ländern beschäftigte Nemak zuletzt rund 22.000 Mitarbeiter und beliefert zahlreiche internationale Automobilhersteller.
Know-how-Zukauf
Das Unternehmen verfolgt mit dem Zukauf eine klare Strategie: Nemak will seine Position, unter anderem im Bereich nachhaltige Mobilität, stärken bzw. erweitern. GF Casting Solutions bringt dabei umfassendes Know-how in der Herstellung komplexer Leichtbauteile aus Aluminium und Magnesium ein – Schlüsseltechnologien für energieeffiziente Fahrzeuge. „Seit über vier Jahrzehnten ist Nemak an der Spitze von Leichtbau-Lösungen und unterstützt die weltweit führenden Automobilhersteller in ihrem Streben nach Innovation und Nachhaltigkeit. Die Integration des Automobilgeschäfts von GF Casting Solutions wird ein neues Kapitel in unserer Reise markieren – eines, dass unsere globale Reichweite und langfristige Perspektive erweitert“, sagte Álvaro Fernández, Vorsitzender des Vorstands von Nemak.
Offen und konstruktiv
Aktuell befinde man sich gerade in der Integrationsphase in den Nemak-Konzern. „Der Austausch mit den neuen Schwesterwerken ist bereits in vollem Gange und gestaltet sich von Beginn an offen, konstruktiv und von großem gegenseitigem Interesse“, erklärt Christian Heigl, Geschäftsführer von GF Casting Solution in Altenmarkt und St. Gallen. Die Zusammenarbeit biete eine gute Grundlage, um Synergien zu nutzen und gemeinsame Potenziale zu erschließen. Gleichzeitig schaffe der gemeinsame Dialog Transparenz und fördere das gegenseitige Verständnis innerhalb des Konzerns. Ob und wie sich die neuen Eigentümerpläne konkret auf die regionalen Standorte auswirken, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Erst kürzlich wurde bekannt, dass Nemak das Werk in Herzogenburg (Bezirk St. Pölten) schließt.

