Das steirische Ennstal ist um eine weitere geschützte Delikatesse reicher: Der Leberkas erhielt Herkunftsschutz.
Die Europäische Kommission hat dem Ennstaler
Steirerkas im Jahr 2021 den höchsten Schutzstatus verliehen. Die Herstellung ist seither nur ...
Das steirische Ennstal ist um eine weitere geschützte Delikatesse reicher: Der Leberkas erhielt Herkunftsschutz.
Die Europäische Kommission hat dem Ennstaler
Steirerkas im Jahr 2021 den höchsten Schutzstatus verliehen. Die Herstellung ist seither nur im Bezirk Liezen möglich, wo die Erzeugungsschritte in vielen Familien von Generation zu Generation weitergeben werden. Die Kriterien, um einen Ursprungsschutz zu erhalten, sind jedoch streng: Nur 1500 Produkte sind es in Europa, 19 davon stammen aus Österreich. Seit vergangenen Mittwoch hat sich die Zahl der heimischen Lebensmittel mit Herkunftsschutz nun auf 20 erhöht. Denn Nachforschungen im Archiv des Stiftes Admont haben ergeben: Der Leberkas wird schon seit dem 12. Jahrhundert im Ennstal hergestellt, so lange wie in keiner anderen europäischen Region. Längst vergessen ist auch, dass Leberkas als typische Verpflegung beim Viehauftrieb auf die Alm verwendet wurde.
Heimisches Unternehmen übernimmt
Während man im Ennstal jubelt, ist der Aufschrei in anderen Regionen laut: Der Leberkas zählt schließlich zu den beliebtesten Lebensmitteln des Landes. Rund 1,3 Millionen Österreicherinnen und Österreicher essen die Delikatesse wöchentlich. Zudem ist Leberkas ein Klassiker an Würstelständen im ganzen Land. Eine Konsumhäufigkeit, von der in Zukunft wohl allein der Bezirk Liezen profitieren wird. Schätzungen zufolge werden jährlich über 21.000 Tonnen Wurstwaren in Österreich verbraucht. Den Großteil davon nimmt Leberkas ein. Um dieser großen Nachfrage gerecht werden zu können, hat man bereits auch einen heimischen Industriebetrieb mit der Produktion beauftragt: Die Maschinenfabrik Liezen wird künftig anstatt Gussteilen Leberkäse herstellen. Aktuell durchlaufen Mitarbeitende eine eigens ausgearbeitete AMS-Schulung, die das Team in Lebensmittelproduktionsabläufen ausbildet. Und auch die junge Bevölkerungsschicht soll in die Herstellung des neuen Leitproduktes eingebunden werden: Um Produktionsspitzen abzufangen, werden Schülerinnen und Schüler des Bezirkes Liezen künftig ihre Pflichtpraktika in der MFL absolvieren. Übrigens: Aufgrund der neuen Ausrichtung hat das Unternehmen bereits einen Wechsel des Firmennamens bekannt gegeben. Dieser soll künftig LKL, also LeberKasLiezen, lauten.