Musikverein findet neue Einnahmequelle
13.02.2026 FASCHINGMV Stein an der Enns stockt auf Vereinsheim auf und steigt in die Immobilien-Branche ein. Mit einer Vermietung möchte man ein zusätzliches finanzielles Standbein schaffen. Betongold ist vorerst noch kein Thema.
Vor gut zwei Jahren feierte ...
MV Stein an der Enns stockt auf Vereinsheim auf und steigt in die Immobilien-Branche ein. Mit einer Vermietung möchte man ein zusätzliches finanzielles Standbein schaffen. Betongold ist vorerst noch kein Thema.
Vor gut zwei Jahren feierte der Musikverein Stein an der Enns nicht nur sein 100-jähriges Bestehen, sondern weihte auch das neue Vereinslokal ein. Zwei Jahre nach der Eröffnung geht man nun einen Schritt weiter.
Dank der weisen Voraussicht von Diplom-Ingenieur Josef Pilz wurde das Vereinsheim mit einem Flachdach konzipiert. Dazu bedurfte es intensiver Überzeugungsarbeit bei seinen Kollegen im Vorstand, doch der Nachdruck hat sich gelohnt. Schon damals hatte er die Vision, das Gebäude aufzustocken, um die Fläche im Bedarfsfall nutzen zu können. Die Bebauungsdichte war bei weitem nicht ausgenutzt und so ließ er sich von der Schlad minger Immobilien-Szene inspirieren.
„Die Blechmusik steht im Allgemeinen vor einem Dilemma“, wie er im Gespräch mit dem „Ennstaler“ ausführt. „Junge, begabte Musikanten sind rar gesät und auch die Einnahmen der Vereine werden weniger.“
Vier Wohneinheiten
Die Vereinsmitglieder klopften vergangenes Jahr höflich an die Türen und baten um Unterstützung für ihr Bauprojekt. Die Haussammlung fiel dem Trend entgegen üppig aus und so konnte man mit dem gesammelten Geld und einem Darlehen die Finanzierung sicherstellen. Dank des Flachdaches war es möglich, mit überschaubaren Kosten eine weitere Etage aufzustocken. Vier Wohneinheiten sind es in Summe geworden. Ideen für die Nutzung gibt es mehrere. Naheliegend war es, eine Wohnung für die Musikantinnen und Musikanten zu Verfügung zu stellen, sollte die Probe einmal länger dauern.
Eine weitere Einheit stellt man quasi als „Dienstwohnung“ für gute Musiker aus anderen Orten bereit, die beim Musikverein Stein an der Enns andocken möchten. „Dafür haben sich bereits fünf vielversprechende Talente beworben“, freut sich Obmann Marcel Perhab über den Zulauf der Musikanten.
Eine vereinsinterne Jury werde demnächst entscheiden, wem die Wohnung zugesprochen wird. Denkbar wäre es auch, diese einem jungen Musikanten-Pärchen zur Verfügung zu stellen.
Touristische Vermietung
Die zwei restlichen Wohnungen möchte man bei Airbnb und booking.com touristisch vermarkten. „Wir versprechen uns saftige Einnahmen“, sagt der Kassier des Vereins, Werner Egger. Und darauf sei man auch angewiesen. Einerseits gilt es den Kredit zu bedienen, andererseits sinken die Besucherzahlen bei den Wunschkonzerten. Bis Ostern sind die beiden Wohnungen bereits ausgebucht. Die Kosten für den Betrieb könne man aufgrund der ehrenamtlichen Mitarbeit der Vereinsmitglieder sehr gering halten. So sind für die Reinigung abwechselnd die einzelnen Register zuständig.
Zweitwohnsitzfähig
Sollte man kurzfristig mehr Geld benötigen, habe man die Option, die Wohnungen als Zweitwohnsitz zu veräußern. Anfragen von mehreren Großindustriellen aus Deutschland gibt es bereits. Das würde man aber erst in letzter Konsequenz durchziehen und sei derzeit kein Thema, wie es vonseiten der Vereinsführung heißt. Auf Antrag von Diplom-Ingenieur Josef Pilz entschloss sich der Musikverein, den Zubau wieder mit einem Flachdach zu versehen. So kann man jederzeit um ein zusätzliches Stockwerk erweitern. Pläne dazu gibt es bereits, ob es zu einer Umsetzung kommt, ist noch nicht gewiss.
