Eine Idee aus einem Bürgerbeteiligungsprozess nimmt Gestalt an: In Bad Mitterndorf lud man zum Start des Projekts „Gut Leben und Wohnen im Alter“, das ein Gesundheitszentrum samt Wohnanlage ermöglichen soll.
„Eine Vision wird ...
Eine Idee aus einem Bürgerbeteiligungsprozess nimmt Gestalt an: In Bad Mitterndorf lud man zum Start des Projekts „Gut Leben und Wohnen im Alter“, das ein Gesundheitszentrum samt Wohnanlage ermöglichen soll.
„Eine Vision wird Wirklichkeit“, zeigt sich Bad Mitterndorfs Bürgermeisterin Veronika Grill stolz. Das Projekt, das nun in die Umsetzungsphase gelangt, entsprang einem Bürgerbeteiligungsprozess im Jahr 2017. Mit der Planung hat man bereits vor fünf Jahren begonnen. Doch aufgrund der hohen Baukosten sei es schwierig gewesen, leistbares Wohnen realisieren zu können, sagt Vorstandsdirektor Wolfram Sacherer von der Wohnbaugruppe Ennstal, die mit der Errichtung zweier moderner Baukörper am gemeindeeigenen Grundstück gegenüber der Grimminghalle beauftragt wurde. Obwohl „die Mühlen langsam mahlen“, wie Bürgermeisterin Veronika Grill zu bedenken gab, konnte vergangene Woche Mittwoch nun der offizielle Startschuss für die Umsetzung des Projekts gegeben werden. Die Ausschreibung soll im Sommer starten, im Herbst plant man, bereits erste Baumaßnahmen zu setzen. Die gesamte Bauzeit ist für 24 Monate anberaumt.
Gemeinsam würdig wohnen
29 geförderte Mietwohnungen sollen sowohl Seniorinnen und Senioren als auch jungen Familien leistbaren Wohnraum bieten. Für ältere Menschen soll durch „betreubares Wohnen“ die Möglichkeit geschaffen werden, selbstständig zu leben und Betreuungsangebote optional in Anspruch nehmen zu können. Darüber hinaus befinde man sich in Gesprächen mit der Lebenshilfe Ausseerland, die „Interesse hat, Wohneinheiten anzumieten“, so Grill. So würden Jung und Alt gemeinsam mit beeinträchtigen Menschen ein würdiges Wohnen in der Gemeinde finden, unterstreicht die Bürgermeisterin die Idee hinter dem großangelegten Wohnprojekt. Dafür hat Architekt Bernhard Schlömicher für beide Etagen der jeweils zweigeschossigen Gebäude einen barrierefreien Zugang vorgesehen. Ein verkehrsberuhigter Innenhof und ein Café sollen Orte der Begegnungen werden.
Multidisziplinäre Gesundheitseinrichtung
Die Anlage soll sich jedoch nicht für die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner, sondern für die gesamte Bevölkerung öffnen, betont Architekt Schlömicher. Denn neben betreubarem Wohnen und Starterwohnungen ist auch ein Gesundheitszentrum vorgesehen. Aktuell befinde man sich in Gesprächen mit Allgemeinmedizinern sowie mit Fachärzten unterschiedlicher medizinischer Disziplinen, wie die Bürgermeisterin mitteilt. Auch mit der Österreichischen Gesundheitskasse und dem Gesundheitsfonds stünde man in Kontakt, da die Anlage auch die Voraussetzungen für eine Primärversorgungseinheit erfüllen würde, so Grill. Neben Ärzten sind auch Gesundheitsdienstleistungen, wie beispielsweise eine Praxis für Physiotherapie, vorgesehen.
Große Nachfrage
Die Nachfrage nach den Wohnungen sei groß, unterstreicht Grill die positive Resonanz aus der Bevölkerung: „Wöchentlich erhalte ich mehrere Anrufe von Einwohnern betreffend einer Anmeldung.“ Doch diese wird erst ab Baustart möglich sein, wie die Bürgermeisterin informiert. Nachdem das Projekt „Gut Leben und Wohnen im Alter“ in Bad Mitterndorf nun auf Schiene ist, soll ein ähnliches Angebot auch in Pichl-Kainisch geschaffen werden. Dort würde sich das einstige Gemeindeamt für fünf Wohneinheiten und einen Gemeinschaftsraum eignen. Sobald ein passendes Grundstück oder Gebäude in Tauplitz gefunden sei, würde man auch hier Ähnliches realisieren wollen, wie die Bürgermeisterin vorausschickt.