Liezen entsiegelt Straßen und Parkflächen
13.02.2026In der Bezirkshauptstadt wird schon bald der Asphalt abgetragen. Die Maßnahmen seien eine Reaktion auf die Klimaerwärmung, heißt es aus dem Rathaus. Insider ließen jedoch durchsickern, dass die Glasfaserverlegung der ausschlaggebende Grund ...
In der Bezirkshauptstadt wird schon bald der Asphalt abgetragen. Die Maßnahmen seien eine Reaktion auf die Klimaerwärmung, heißt es aus dem Rathaus. Insider ließen jedoch durchsickern, dass die Glasfaserverlegung der ausschlaggebende Grund für die Entsiegelung sei.
In der Marktgemeinde Öblarn entstand im Vorjahr eine 1000 m² große Parkfläche direkt gegenüber dem Veranstaltungszentrum ÖHA. Diese wurde jedoch nicht versiegelt, sondern als Schotterrasenparkplatz errichtet. Man wolle ein klares Zeichen für nachhaltige Infrastruktur und Klimawandelanpassung setzen, wie die Gemeinde damals im Zuge der Eröffnung mitteilte, denn angesichts zunehmender Starkregenereignisse sei es ein Gebot der Stunde, Flächen versickerungsfähig zu gestalten. Diesen Schritt wolle man nun auch in der Bezirkshauptstadt setzen, heißt es aus dem Rathaus in Liezen.
Den Auftakt bildet die Neugestaltung des Hauptplatzes. Laut Presseinformation soll darauf die Entsiegelung weiterer Parkflächen und bis Ende 2027 des gesamten Straßennetzes in der Innenstadt folgen. Zur Vorbereitung auf die neuen Fahrverhältnisse habe man im Vorjahr bereits Tempo 30 erfolgreich eingeführt.
Wie in Öblarn wolle man auch in Liezen so auf vermehrte Stark regenereignisse reagieren, denn ohne Asphaltdecke könne das Erdreich auch große Wassermengen rasch aufnehmen. Zudem würden die Temperaturen während der Sommermonate auch innerstädtisch angenehm kühl bleiben, so Hannah Grabenauf, die mit der Projektleitung betraut wurde.
Schon jetzt gilt der Hauptplatz in Liezen aufgrund der großflächig angelegten Bodenentsiegelung als Vorzeigeprojekt. Als nächstes sollen der Hervis-Parkplatz und der Pyhrnparkplatz von ihrer Asphaltdecke befreit werden, was bereits im Frühjahr vorgesehen sei, so die Projektleiterin, die noch weitere Schritte bekannt gibt. Aufgrund seines Flächenausmaßes habe man auch den Parkplatz vor Eurospar ins Auge gefasst. Ob dieses Vorhaben tatsächlich umgesetzt werden kann, würde jedoch erst der Ausgang der aktuell laufenden Gespräche zeigen, da sich die Parkfläche im Besitz der Lebensmittelhandelskette befinde. Man sei bemüht einen Konsens zu finden, der sowohl die Stadtgemeinde, parkende Kundinnen und Kunden sowie Spar zufriedenstellen werde, so Grabenauf.
Glasfaser statt Klimaanpassung?
Ob nun auch Spar-Parkplatz Teil des großangelegten Klimaprojektes wird, bleibt vorerst abzuwarten. Bereits fix sei jedoch die Entsiegelung des gesamten Straßennetzes im innerstädtischen Bereich, heißt es von Seiten der Projektleitung. Auch ein Zeitplan sei bereits erstellt worden. Da dieser jedoch mit den Grabungsarbeiten für das Glasfasernetz übereinstimmen soll, wie aus Insiderkreisen heißt, wurde auch der Vorwurf laut, die Maßnahmen zur Klimaanpassung seien nur die offizielle Erklärung für die großangelegte Bodenentsiegelungsaktion.
Ein kurzer Rückblick: Im April 2024 wurde der bereits geplante Baustart der Glasfasergrabungen auf Eis gelegt. Als Grund gab damals die Stadtgemeinde Liezen Differenzen bei den Wiederherstellungskriterien des Straßenbelages an. Um hohe Folgekosten zu vermeiden, habe die Asphaltdecke nach genauen Vorgaben erneuert zu werden, dies gelte auch nach Grabungsarbeiten aufgrund von Glasfaserverlegung. Für das für die Durchführung verantwortliche Unternehmen seien diese Vorgaben jedoch finanziell nicht darstellbar, lautete damals die Stellungnahme. Dass nun zeitgleich mit der kompletten Entsieglung von Straßen und Parkflächen auch die Glasfaserverlegung diesen Frühling starten soll, lässt Raum für Spekulation. Auf Nachfrage heißt es aus dem Rathaus von Liezen, das Projekt habe den alleinigen Hintergrund, in einem sich verändernden Klima nachhaltig zu agieren. Dass die Glasfaserverlegung dadurch vereinfacht werden würde, sei lediglich eine glückliche Fügung.
