Inmitten der Rezession erreicht die Landgenossenschaft Ennstal das beste Ergebnis in ihrer Konzerngeschichte. Den unsicheren Rahmenbedingungen zum Trotz, lag der konsolidierte Umsatz aller Tochterunternehmen bei 547 Millionen Euro, das Ergebnis vor Steuern betrug 13,9 Millionen Euro. „Der ...
Inmitten der Rezession erreicht die Landgenossenschaft Ennstal das beste Ergebnis in ihrer Konzerngeschichte. Den unsicheren Rahmenbedingungen zum Trotz, lag der konsolidierte Umsatz aller Tochterunternehmen bei 547 Millionen Euro, das Ergebnis vor Steuern betrug 13,9 Millionen Euro. „Der Gewinn übertraf sogar die intern gesetzten Ansprüche und Erwartungen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Markus Gerharter. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen über 1700 Mitarbeiter. Im Vorjahr wurden 9,4 Millionen Euro investiert, für das laufende Jahr sind bereits 14,6 Millionen Euro beschlossen.
Die Ennstal Milch hat im Vorjahr 91 Millionen Kilogramm Milch von 600 Milchlieferanten verarbeitet. 58 Prozent der Produkte werden ins Ausland exportiert. „Wir sind fest davon überzeugt, dass die hohe Technologisierung und der Fokus auf Spezialprodukte der richtige Kurs für uns sind“, unterstreicht Gerharter die Strategie des Unternehmens. Mit einem Umsatz von 180 Millionen Euro kann die Landena inklusive Tierfreund das Ergebnis vom Vorjahr nochmals übertreffen. Eine Herausforderung für 2025 sind die steigenden Rinderpreise. Die in Ungarn und in der Slowakei grassierende Maul- und Klauenseuche wird zusätzlich den Schweinefleischpreis beeinflussen.
Die Landmarkt KG kann mit einem Umsatz von 208 Millionen Euro erstmals die 200-Millionen-Euro-Marke knacken. Hauptverantwortlich für das Wachstum zeichnen die mittlerweile 15 Supermärkte. Neu hinzugekommen sind Aich, Wagrain und Wörschach. Die Lagerhäuser litten unter der stagnierenden Bauwirtschaft und konnten nicht an die guten Vorjahresergebnisse anknüpfen. „Die ersten Monate 2025 lassen allerdings eine gewisse Trendwende nach oben spüren“, zeigt sich Gerharter optimistisch. Investitionen stehen bei Eurogast in Schladming und Steyr an, beim Lagerhaus in Gröbming soll ein Glashaus errichtet werden. Weiters in Planung sind elektronische Etiketten in einigen Spar-Filialen.
Peter Weissl vom Steirischen Raiffeisenverband präsentierte ein detailliertes Zahlenwerk und hob die überdurchschnittliche Ausstattung mit Eigenkapital hervor. Nicht alle steirischen Genossenschaften könnten auf eine derartige Entwicklung blicken. Manche hätten ein schwieriges Geschäftsjahr hinter sich und Umsätze seien in vielen Betrieben rückläufig. Zu bedenken gab Weissl, dass mit den Tierhaltung-Plus-Standards es zwar gelungen sei, den wichtigen Exportmarkt Deutschland zu sichern, doch „Tierwohlstandards stellen kleinstrukturierte Betriebe vor Herausforderungen, die kaum zu bewältigen sind“.
„Das gestiegene Eigenkapital verschafft uns mehr Unabhängigkeit und Spielraum“, freute sich Aufsichtsratsvorsitzender Andreas Radlingmaier. Den Förderungsauftrag für die Genossenschaftsmitglieder habe man erfüllt. Schließlich lag der durchschnittlich bezahlte Milchpreis mit 51 Cent wieder im österreichischen Spitzenfeld. Auch die angelieferten Rinder wurden mit höheren Preisen im Vergleich zum Börsepreis abgegolten.
Alle fünf Jahre hat die Genossenschaft die Aufsichtsräte und Vorstände neu zu bestellen. Die Generalversammlung bestätigte die Wahlvorschläge der Sprengelversammlungen, womit der 30-köpfige Aufsichtsrat zehn neue Funktionäre erhielt. In der anschließenden konstituierenden Sitzung wurde Andreas Radlingmaier als Vorsitzender des Aufsichtsrats bestätigt, seine Stellvertreter bleiben Klemens Hartl und Peter Neuper. Auch der bestehende Vorstand mit dem Vorsitzenden Markus Gerharter, seinem Stellvertreter Harald Steinlechner sowie Johannes Pauritsch und Martin Würfel wurden für weitere fünf Jahre bestellt.