Mit dem Neubau des Bundesschulzentrums Liezen hält auch eine neue Organisationsstruktur Einzug. HAK, Handelsschule und BAfEP stellen von Klassen auf Departments um.
Seit das Bundesschulzentrum in Liezen im Schuljahr 1979/1980 eröffnet ...
Mit dem Neubau des Bundesschulzentrums Liezen hält auch eine neue Organisationsstruktur Einzug. HAK, Handelsschule und BAfEP stellen von Klassen auf Departments um.
Seit das Bundesschulzentrum in Liezen im Schuljahr 1979/1980 eröffnet wurde, ist es weitum das einzige Schulgebäude mit roter Backsteinfassade. Eine Besonderheit, von der man sich bald verabschieden wird müssen. Denn das Bundesschulzentrum, das eine Handelsakademie, eine Handelsschule und eine Bildungsanstalt für Elementarpädagogik (BAfEP) umfasst, soll abgerissen und nur wenige Meter neben dem derzeitigen Standort neu errichtet werden. Schulleiter Wolfgang Lechner zeigt sich erleichtert, denn das alte Gebäude weise zahlreiche Defizite auf. Dies zeige sich schon allein bei den Heizkosten, die aufgrund mangelnder Wärmedämmung bei rund 7500 Euro im Monat liegen.
Architektenwettbewerb ist entschieden
Satte 30 Millionen Euro sollen in den Neubau des Bundesschulzentrums in Liezen fließen. Während der kompletten Bauphase bleibt das alte Schulgebäude benutzbar. Abgerissen wird es erst werden, wenn das neue Bundesschulzentrum fertiggestellt ist. Damit könne der Unterricht weiterhin ungestört stattfinden, so Lechner.
Und wie soll das neue Bundesschulzentrum aussehen? Darüber hat ein neunköpfiges Gremium entschieden und aus den 41 Einreichungen eines Architektenbewerbs das Siegermodell ausgewählt. Ausschlaggebende Kriterien seien nicht nur die Optik, sondern auch praktische Vorzüge des geplanten Gebäudes gewesen. Das Siegermodell des Wiener Architekturbüros „Work Space“ besteche vor allem durch seine Einfachheit und gute Funktionalität, so Lechner: „Es waren einige wirklich spacige und spektakuläre Entwürfe dabei. Umso interessanter, dass fast das schlichteste und einfachste Projekt gewonnen hat.“ Dieses weist einen dreistöckigen Baukörper in U-Form mit einem ebenso von außen begehbaren Innenhof auf. Entscheidend seien auch eine dementsprechende Lärmdämmung aufgrund der am Schulgebäude vorbeiführenden B 320 und die Ausrichtung des Haupteingangs in Richtung des Bahnhofs gewesen.
Departements statt Klassen
Doch bis die Bauarbeiten auf dem Areal des Bundesschulzentrums in Liezen tatsächlich beginnen, werden noch fast drei Jahre vergehen. Erst für März 2028 ist der Baustart anberaumt. Fertiggestellt soll das Gebäude dann im Juli 2030 sein. Mit dem neuen Bauwerk erhält das Bundesschulzentrum auch eine neue Form der Unterrichtsorganisation. Nach amerikanischem Vorbild sollen sogenannte Departements die typischen Klassen ablösen. Wesentlicher Unterschied: Statt der Lehrenden wechseln Schülerinnen und Schüler nach jeder Unterrichtsstunde das Klassenzimmer. Räume sind somit nicht mehr den jeweiligen Klassen, sondern den darin Unterrichtenden bzw. den schulischen Schwerpunkten zugeordnet. „Home-Bases“ sollen einen Ersatz für Stammklassen bieten und auch während der Pausen benutzbar sein. Flexibel gestaltbare Lernbereiche vervollständigen das innovative Raumkonzept. Aktuell gibt es in Österreich erst einige wenige Schulen mit Departement-System. Im Bezirk Liezen wird das Bundesschulzentrum wohl Vorreiter auf diesem Gebiet sein.