Die Vorbereitungen für den Plan B nehmen an Fahrt auf. Erste Restrukturierungen kurz vor Umsetzung, Bautätig keiten werden zwölf bis 16 Jahre in Anspruch nehmen.
Gemeinsam mit der Diakonie deckt die Steiermärkische Krankenanstalten GmbH (KAGes) die ...
Die Vorbereitungen für den Plan B nehmen an Fahrt auf. Erste Restrukturierungen kurz vor Umsetzung, Bautätig keiten werden zwölf bis 16 Jahre in Anspruch nehmen.
Gemeinsam mit der Diakonie deckt die Steiermärkische Krankenanstalten GmbH (KAGes) die stationäre Gesundheitsversorgung des Bezirks Liezen ab. Bei einem Pressegespräch erläuterten die KAGes-Vorstände Gerhard Stark und Ulf Drabek mit dem Klinik-Diakonissen-Geschäftsführer Robert Schütz die Gesundheitsstrategie. Landläufig bekannt unter dem Titel „Plan B“ bzw. „Spitalsnetz“, seit das Leitspital „Klinikum Stainach“ mit dem Verlust der rot-schwarzen-Mehrheit im Landtag Geschichte ist. Abseits des politischen Diskurses und dem Tauziehen der zwei Lager in der Bevölkerung sei oberstes Ziel, „die Regionen fachlich gut zu versorgen“, sagte Gerhard Stark, und räumte ein: „Dieser Bezirk hat eine Leidensgeschichte aus vielen Eigeninteressen hinter sich.“ Man habe sich gegenseitig ausgebremst, jetzt komme man endlich einen Schritt weiter.
„Viel zu klein“
Die Vorstände erklärten die fachlichen Hintergründe für die Umstrukturierungen. Das Krankenhaus in Bad Aussee spezialisiert sich in ein Zentrum für Geriatrie („Altersmedizin“) und Remobilisation (REM). Nachdem das Durchschnittsalter der Patienten in Bad Aussee deutlich höher sei, werde die Versorgung der Region angepasst. Dass in Bad Aussee die chirurgische Abteilung wegfalle, sei unumgänglich. Für die heutige Zeit sei die Einrichtung „viel zu klein, um Krankenhaus zu spielen“. Bei 600 Operationen pro Jahr sei es nicht möglich sechs bis acht Leute zu halten, die fachlich trainiert sind.
Freie Kapazitäten
Die Kooperationen mit den anderen Bundesländern seien „sehr weit“, sagte Gerhard Stark. Er geht davon aus, dass der Gesundheitslandesrat bald darüber berichten werde. Die Befürchtungen, die Gesundheitsversorgung an andere Bundesländer teilweise abzutreten, relativierten Drabek und Stark. „Von den Zahlen her könnten wir alles in der Steiermark behandeln. Die Kooperationen haben mit der besseren Erreichbarkeit im Akutfall zu tun. Und da wiederum betrifft es nur wenige Fälle“, so Stark. Ulf Drabek untermauerte die Ausführung mit aktuellen Zahlen. So seien im Spitalsverbund derzeit 108 Betten belegt – was in Zukunft einer Auslastung von rund zwei Drittel entspräche. „In Bad Aussee sind es derzeit 14 belegte Betten. Dafür erhalten wir ein volles Spitalssetting aufrecht“, strich er auch die ökonomische Ineffizienz hervor.
Gutachten liefert Kosten
Ab 2027 werden keine Neugeborenen mehr in der Klinik Diakonissen in Schladming zur Welt kommen. „Mit Jahreswechsel geht die Geburtshilfe in die Partnerschaft an Schwarzach und Rottenmann über“, sagte Robert Schütz. Hinsichtlich baulicher Tätigkeiten betrifft es hauptsächlich den Standort Rottenmann. Den Grad der Sanierung und damit auch die Kosten wird ein Gutachten liefern, das noch nicht vorliegt.
12 bis 16 Jahre Bauzeit
Sobald die länderübergreifende Vereinbarung unterzeichnet ist, übersiedelt die REM-Abteilung von Rottenmann nach Bad Aussee. Das soll schon in wenigen Wochen über die Bühne gehen. Danach starten die Sanierungsarbeiten im „Haus 2“, wo später die Administration und die Palliativstation ihren Platz finden werden. Das Erdgeschoß des Haupthauses wird für tagesklinische Betreuung adaptiert. Der Aufbau der Orthopädie/Traumatologie-Abteilung in Rottenmann soll im Sommer 2027 vollendet sein. Schritt für Schritt folgt die Sanierung des Osttraktes, des Südtraktes und am Ende des Westtraktes. Man rechnet mit einer Umbauzeit von zwölf bis 16 Jahren. Frei werdende Flächen in Bad Aussee könnten weiter vermietet werden. Da werde man ausloten, mit welchen Partnern aus dem Gesundheitsbereich man die Flächen bespielen könne. In Schlad ming gibt es Überlegungen, freie Stockwerke als Privatklinik zu betreiben.