Langer Ernst soll noch heuer fallen
12.05.2025 RegionalesMan sei schneller als geplant, sagt Triebens Bürgermeister über die Abrissarbeiten am einstigen RHI-Werksgelände. Bis Jahresende soll ...
Man sei schneller als geplant, sagt Triebens Bürgermeister über die Abrissarbeiten am einstigen RHI-Werksgelände. Bis Jahresende soll nicht nur der „Lange Ernst“ fallen, sondern auch ein finales Kaufangebot steht in Aussicht.
Viele Jahrzehnte lang wurden im RHI-Werk in Trieben Feuerfestprodukte hergestellt. 2021 schloss das weltweit tätige österreichisch-brasilianische Unternehmen endgültig diese Produktionsstätte und bereits ein Jahr später hatte das Areal einen neuen Eigentümer: die 2B2R Trigent GmbH, ein deutsches Unternehmen, das sich auf die Verwertung von Liegenschaften spezialisiert hat. Damit die Ansiedelung von neuen Betrieben auf dem einstigen Werksgrundstück ermöglicht werden kann, müssen zuerst Altlasten durch den RHI-Konzern beseitigt werden. Wie aufwändig die Abtragung der einstigen Infrastruktur ist, zeigt sich allein schon anhand eines Sendeturms. Damit sein Abriss im Juni wie geplant über die Bühne gehen kann, musste zuerst ein geeigneter Ersatzstandort gefunden werden. Schließlich habe der Sendeturm nicht nur die Mobilfunkversorgung der RHI, sondern auch der Stadt Trieben sichergestellt, so Triebens Bürgermeister. Vom Werksgelände abgekoppelt musste auch die einstige Werksfeuerwehr werden, die sich nun „Freiwillige Feuerwehr Werk“ nennt. Diese sei in das Stromnetz der RHI eingebunden gewesen, was eine Neuverlegung der Stromversorgung nötig gemacht habe, erklärt Herzmaier.
Abbruch von 140 Meter hohem Werksturm
Trotz der aufwändigen Arbeiten würde der Abbruch zügig voranschreiten. Man sei sogar schneller als geplant, zeigt sich Herzmaier erfreut. Auch der „Lange Ernst“ soll bereits zu Jahresende abgetragen werden. Doch wie der 140 Meter hohe Werkskamin zu Fall gebracht werden soll, sei bislang noch nicht entschieden. Möglich sei sowohl eine Sprengung als auch der Einsatz von Flugbaggern, wie Triebens Bürgermeister informiert. Für die erfolgreiche Vermittlung des künftigen Industrieparks seien die gut voranschreitenden Abbrucharbeiten wesentlich, so der Bürgermeister, der Trieben auch selbst immer wieder als Betriebsstandort anpreist, wie er sagt. Denn „jeder Arbeitsplatz ist ein guter Arbeitsplatz für Trieben“, so Herzmaier. Von neuen Arbeitgebern würde schließlich die gesamte Stadt profitieren, was auch auf die Gemeindefinanzen zutrifft. Denn die Einnahme von Kommunalsteuern sei wichtig, um Projekte, wie etwa den Ausbau des Kindergartens, realisieren zu können, gibt der Bürgermeister zu bedenken.
Vermittlungsgespräche werden konkreter
Von Seiten der Eigentümer zeigt man sich ebenso positiv. Es gebe Interessenten, doch bevor es zu einem Abschluss kommen könne, habe man gewisse Voraussetzungen zu erfüllen, so Michael Züger, Geschäftsführer der Industriepark Trieben 2.0 Projektentwicklung GmbH. Dazu zähe auch die Beseitigung der Teerteiche. Eine Aufgabe, die dem einstigen Eigentümer, der RHI-Magnesita, zufalle und bis Ende 2026 erledigt sein müsse. Aktuell gebe es eine europaweite Ausschreibung betreffend der Vergabe für die Dekontaminierung, wie Züger informiert. Über diesen besagten Grundstücksabschnitt könne man zwar erst konkreter mit Interessenten sprechen, sobald ein Zeitplan für die Dekontaminierung bestünde, doch für einen anderen Teilbereich des einstigen Firmenareals könnte bis Jahresende bereits ein konkretes Kaufangebot vorliegen, so Züger.
