Kulm: Rekorde, Emotionen, Weltpremiere
06.03.2026 SportRund 26.200 Fans machten das Skiflug-Wochenende am Kulm zu einem eindrucksvollen Wintersportfest. Drei Wettkampftage lang jagte ein Höhepunkt den nächsten – von der Weltpremiere der Nordischen Kombination auf der Skiflugschanze bis hin zu packenden Weltcup-Bewerben der ...
Rund 26.200 Fans machten das Skiflug-Wochenende am Kulm zu einem eindrucksvollen Wintersportfest. Drei Wettkampftage lang jagte ein Höhepunkt den nächsten – von der Weltpremiere der Nordischen Kombination auf der Skiflugschanze bis hin zu packenden Weltcup-Bewerben der Skispringer und einem neuen Schanzenrekord.
Wo sonst nur die Skiflug-Asse abheben, feierten die Kombinierer eine Weltpremiere. Zum ersten Mal in der Geschichte der Nordischen Kombination fand ein Bewerb auf einer Skiflugschanze statt – und das vor 5200 begeisterten Fans in Bad Mitterndorf/ Tauplitz. Gleich nach den Olympischen Spielen bot der Kulm die Bühne für eine spektakuläre Premiere, bei der sportliche Höchstleistungen und Emotionen Hand in Hand gingen. Auf der Skiflugschanze sorgte Österreichs Aushängeschild Johannes Lamparter am Freitag mit einem Flug auf 236,5 Meter für Aufsehen. Obwohl er dabei in den Schnee griff und somit Punkteabzüge bei der Landung hinnehmen musste, sicherte er sich den Sieg im Sprungdurchgang vor Marco Heinis (FRA) und Ilkka Herola (FIN). In der anschließenden Langlaufentscheidung startete Lamparter als Erster in den Compact-Bewerb, gefolgt von Heinis (+6 Sek.) und Herola (+12 Sek.). Auf der 7,5 Kilometer langen Strecke – mit Start und Ziel direkt im Auslauf der mächtigen Skiflugschanze – entwickelte sich ein packendes Rennen. Schließlich hatte der Finne Herola hauchdünn die Nase vorn und krönte sich zum Sieger. Johannes Lamparter musste sich trotz gro- ßem Kampf nur knapp geschlagen geben und belegte Rang zwei. Den dritten Platz sicherte sich Johannes Rydzek (GER).
Skiflug-Qualifikation
Auch die Skispringer zeigten zwischen den beiden Kombinationsdurchgängen großartige Leistungen. Die Qualifikation gewann Stephan Embacher (AUT) vor Naoki Nakamura (JPN) und Domen Prevc (SLO). Mit Daniel Tschofenig und Maximilian Ortner auf den Rängen vier und fünf sowie Jonas Schuster als Achter zeigte das österreichische Team eine beeindruckende mannschaftliche Leistung. Für beste Stimmung sorgten auch rund 1000 Schüler, die im Rahmen des beliebten „Kids Day“ live mitfieberten, Fahnen schwangen und fleißig Autogramme sammelten.
Österreichs Adler glänzten
Nach der Premiere der Nordischen Kombination sorgten am Samstag auch die Skiflugspezialisten für eine Show. Vor 13.100 Fans wurde der erste von zwei Weltcupbewerben zu einem Wintersportfest mit Gänsehautmomenten und herausragenden österreichischen Leistungen. Stephan Embacher setzte sich mit einem Flug auf 223 Meter an die Spitze und ging als Halbzeitführender in das Finale. In der Pause sorgten die Red Bull Flying Bulls mit einer spektakulären Flugshow für zusätzliche Begeisterung. Im Finaldurchgang zeigte sich der slowenische Dominator der Saison, Domen Prevc, mit der Tageshöchstweite von 228,5 Metern einmal mehr in Bestform und sicherte sich hauchdünn den Sieg. Nur 1,1 Punkte dahinter durfte sich Stephan Embacher über einen starken zweiten Platz freuen. Jonas Schuster jubelte als Dritter über seinen ersten Podestplatz im Weltcup. Daniel Tschofenig (4.) und Maximilian Ortner (5.) komplettierten das mannschaftliche Ergebnis der Österreicher.
Prevc setzt neuen Schanzenrekord
Am Sonntag sorgte Stephan Embacher im ersten Durchgang mit 240,5 Metern für große Begeisterung bei den 7900 Zusehern, ehe Domen Prevc mit 238 Metern bei verkürztem Anlauf konterte und klar in Führung ging. Im zweiten Durchgang bewies Prevc erneut seine Extraklasse und segelte auf unglaubliche 245,5 Meter. Damit überbot er exakt zehn Jahre nach der Skiflug-WM 2016 die Bestmarke seines Bruders Peter Prevc. Stephan Embacher bestätigte seine Form und wurde – wie schon am Samstag – Zweiter. Der Norweger Forfang komplettierte das Podium. Embacher zeigte sich nach dem Wochenende überglücklich: „Der Sprung im ersten Durchgang über 240 Meter war etwas ganz Spezielles – es sind nicht viele Leute im 40er-Club. Es war einfach ein Wahnsinns-Wochenende mit genialer Stimmung und Emotionen pur. Ich werde das jetzt genie- ßen, bevor es weiter zur Junioren-WM geht.“
Über 1000 Einsatzstunden
Vier Tage lang standen das Rote Kreuz Steiermark und die Feuerwehr bei der Premiere der Nordischen Kombination und des Skiflug-Weltcups am Kulm im Einsatz. Neben zahlreichen Versorgungen vor Ort waren auch Transporte in das LKH Bad Aussee notwendig. „Zum Glück ist auch dieses Sportevent ohne weitere größere Zwischenfälle verlaufen“, zieht Einsatzleiter und Bezirksrettungskommandant der Bezirksstelle Liezen, Gernot Leitner, Bilanz.
Insgesamt standen über die Veranstaltungstage 110 Rettungssanitäter, Notärzte sowie Mitarbeiter des Kriseninterventionsteams im Einsatz. Gemeinsam leisteten sie – inklusive der mobilen Leitstelle – rund 1065 Einsatzstunden.


