Landesregierung glättet die Wogen rund um den Krankenhausstreit in Bad Aussee. Bürgermeister und Forum können mit dem Kompromiss leben.
Als das Expertengremium den „Plan B“ für die Gesundheitsversorgung des Bezirkes Liezen vorstellte, ...
Landesregierung glättet die Wogen rund um den Krankenhausstreit in Bad Aussee. Bürgermeister und Forum können mit dem Kompromiss leben.
Als das Expertengremium den „Plan B“ für die Gesundheitsversorgung des Bezirkes Liezen vorstellte, machte sich im Ausseerland Fassungslosigkeit breit. Das Krankenhaus sollte derart geschrumpft werden, dass es für den Titel „Spital“ nicht mehr würdig sei. Man fühlte sich im Stich gelassen und stieg auf die Barrikaden. Das Forum Pro LKH Bad Aussee formierte sich neu und bündelte seine Kräfte. Es folgten Kundgebungen, Protestaktionen und Demonstrationen. Eine weitere Welle der Empörung schwappte über das Ausseerland, als KAGes-Chef Gerhard Stark geplante orthopädische Eingriffe untersagte. Auslöser dafür war eine Patientin, die mit einem Oberschenkelhalsbruch für eine Operation nach Rottenmann überwiesen wurde (wir berichteten). Die Fronten schienen verhärtet zu sein, eine Lösung in weite Ferne gerückt. Vergangene Woche ging die Landesregierung einen Schritt auf das Ausseerland zu und versuchte die Wogen zu glätten. Das Unterfangen scheint geglückt zu sein.
Auf Initiative von Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl und FPÖ-Klubobmann Marco Triller fand ein Treffen mit den Ausseerland-Bürgermeistern und Vertretern des Forums Pro LKH Bad Aussee statt. Man spricht von einer „konstruktiven Atmosphäre im Rathaus Bad Aussee“. Schließlich hätten alle ein und dasselbe Ziel, nämlich eine „gute und sichere Gesundheitsversorgung“. Kornhäusl bekräftigte, dass der Notarztstützpunkt gesichert sei. Außerdem werde das Krankenhaus für Akutfälle auch in Zukunft rund um die Uhr geöffnet sein. Derzeit laufen die Vorarbeiten für den Aufbau der neuen Akutgeriatrie und Remobilisation, die als Spezialdisziplin der Abteilung für Innere Medizin geführt wird. Das Leistungsspektrum wird im Großen und Ganzen jenes der bestehenden Abteilung für Innere Medizin darstellen, jedoch speziell auf die Bedürfnisse von Patienten ab 65 Jahren abzielen. Aktuell beträgt der Altersdurchschnitt der Patienten auf der Abteilung für Innere Medizin in Bad Aussee rund 80 Jahre, sodass von einem reibungslosen und fließenden Übergang ausgegangen werden kann. Die Absiedelung der Allgemeinchirurgie werde erst dann vonstatten gehen, wenn die Kooperationen mit Bad Ischl unter Dach und Fach sind. Derzeit wird davon ausgegangen, dass es noch im ersten Halbjahr zu einer Einigung kommen wird. Herbert Angerer, Sprecher des Forums Pro LKH Bad Aussee, ist froh, dass es zu diesem Termin „auf Augenhöhe“ gekommen sei. Bislang habe es keine Basis gegeben, nun sei man gemeinsam um Lösungen bemüht. Im Gespräch mit dem „Ennstaler“ verriet er: „Es sah zuerst schwierig aus, dass wir zusammenfinden. Letztendlich ist bei dem dreistündigen Termin ein gangbarer Kompromiss herausgekommen.“ Mit der aktuellen Zusage könne man 90 Prozent der internistischen Fälle auch weiterhin in Bad Aussee behandeln. Die Chirurgie vollständig zu erhalten sei nicht möglich gewesen, doch wenn die chirurgische Ambulanz bleibe, „sind wir mit dem Kompromiss einverstanden“, so Angerer.