Stephan Fuchs, Chefredakteur
redaktion@derennstaler.at
Seit der Vorstellung des steirischen Gesundheitsplans 2035 lastet ein heftiger öffentlicher Druck auf den Entscheidungsträgern. Waren es zuvor die Leitspitalsgegner, sind es nun die ...
Stephan Fuchs, Chefredakteur
redaktion@derennstaler.at
Seit der Vorstellung des steirischen Gesundheitsplans 2035 lastet ein heftiger öffentlicher Druck auf den Entscheidungsträgern. Waren es zuvor die Leitspitalsgegner, sind es nun die Befürworter, die jede Handlung und jeden Satz genauestens unter die Lupe nehmen. Aussagen werden für bare Münze genommen und mit Vehemenz eingefordert. Umso verhaltener und vorsichtiger ist die Kommunikation seitens der Politik und Krankenhausbetreiber. Erzählt wird nur das Nötigste, denn jede Silbe könnte zum Bumerang werden.
Dadurch schwelt in der Bevölkerung ein Gefühl des Hinhaltens und der Geheimniskrämerei. Dass nicht jede Überlegung im Licht der Öffentlichkeit diskutiert werden muss, ist klar. Doch es scheint ein Spiel auf Zeit zu sein, bei dem erst im letztmöglichen Abdruck Beschlüsse kommuniziert werden. Gerade bei einem so unmittelbaren Thema wie der Gesundheitsversorgung, von der jeder betroffen ist, ist die Sensibilität um ein Vielfaches höher. Da sich das Gesundheitssystem in einem Umbruch befindet, liegen insbesondere im ländlichen Raum die Befürchtungen nahe, auf der Strecke zu bleiben und von Kürzungen betroffen zu sein.
Ehrliche und transparente Kommunikation könnte der Schlüssel sein, ein kleines Stück Vertrauen zurückzuerlangen. Eine gering ausgelastete Abteilung zu schlie- ßen, stößt wohl auf Verständnis und lässt sich erklären. Scheibchenweise Schließungen in Häppchen serviert bewirken eher das Gegenteil. Das vormalige Hebammenzentrum ist zu einem „Stützpunkt“ verkümmert und klingt nach einem Sparprogramm. Eine langfristige Strategie ist nicht erkennbar. Am Ende wünscht sich jeder Sicherheit, denn Beruhigungspillen schüren Misstrauen und wirken nur vorübergehend.