Mit einer feierlichen Messe, zahlreichen Ehrengästen, viel Musik und einem Blick zurück bis ins Jahr 1347 feierte Familie Fritz das 50-jährige Bestehen des Kirchenwirts Aigen.
Mit einer Heiligen Messe, zelebriert von Pfarrer Günter Zgubic, wurde der ...
Mit einer feierlichen Messe, zahlreichen Ehrengästen, viel Musik und einem Blick zurück bis ins Jahr 1347 feierte Familie Fritz das 50-jährige Bestehen des Kirchenwirts Aigen.
Mit einer Heiligen Messe, zelebriert von Pfarrer Günter Zgubic, wurde der Feier ein würdiger geistlicher Rahmen gegeben, musikalisch umrahmt vom Aigenklang sowie von der Sängerrunde Aigen. Zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Tourismus waren der Einladung zum besonderen Jubiläum gefolgt. Für 50 Jahre Biertreue überreichte Heinz Gürtler im Namen der Brau Union dem Kirchenwirt eine Ehrenurkunde. Auch zahlreiche Vereine ließen es sich nicht nehmen, der Familie Fritz ihre Wertschätzung auszusprechen. Musikalisch umrahmt wurde die 50-Jahr-Feier von der Musikkapelle Aigen sowie den Mährischen Musikanten aus dem Weinviertel. In seiner Festansprache richtete Josef Fritz persönliche Worte des Dankes an seine Familie und nahm die Gäste mit auf eine Zeitreise in die Geschichte des Hauses, die weit über das Jubiläum hinausreicht.
Ein Betrieb mit Geschichte
Bereits vor dem Jahr 1347 wird im Traukirchner Urbar die älteste bekannte Schmiede in Aigen erwähnt. Mit der „Schmiede-Gerechtsame“ war in Aigen von alters her auch das Recht für das Gast- und Schankgewerbe verbunden. Bemerkenswert ist dabei, dass rund um den Pfarrort Irdning damals eine mittelalterliche Bannmeile von etwa siebeneinhalb Kilometern galt, in der das Ausschenken von Alkohol grundsätzlich eingeschränkt oder verboten war. Über die frühen Inhaber der Schmiede ist bis ins 18. Jahrhundert nur wenig überliefert. 1842 kaufte der aus Aussee stammende Franz Kalhs die Schmiede. Einen bedeutenden Entwicklungsschritt setzte Josef Kalhs, der 1911 Gasthaus und Schmiede übernahm. Bereits 1912 errichtete er das E-Werk Aigen, 1913 schaffte er ein Autogenschweißgerät an und begann mit der Reparatur von Kraftfahrzeugen. 1924 begannen Josef Kalhs und seine Frau Maria mit dem gro- ßen Umbau des Hauses. Zum Haus gehörten außerdem einst auch eine eigene Buslinie, Tennisplätze und eine Kegelbahn. 1939 trat der Schmiedemeister Anton Fritz aus Gleisdorf in den Betrieb ein. Er heiratete Johanna Rutar aus Aigen, aus der Ehe gingen die Söhne Josef und Anton hervor. Im Februar 1959 kaufte Anton Fritz sen. die Schmiede. 1969 übernahm sein Sohn Sepp den Betrieb und führte ihn gemeinsam mit Anton Fritz jun. weiter. Da es in der Familie Kalhs keine Nachfolge gab, wurde das Gasthaus im Jahr 1974 geschlossen. Zwei Jahre später, 1976, erwarben es die Brüder Sepp und Anton Fritz. 1992 erfolgte die Umbenennung in „Kirchenwirt“. Nach intensiven Planungen wurde 2011 der gesamte Saal- und Zimmertrakt abgetragen und in nur sechs Monaten ein neuer Saalbereich für bis zu 200 Personen sowie ein Hoteltrakt mit 21 Komfortzimmern, Lift und Wintergarten errichtet.
Energieautark
Auch im Bereich Energie setzte die Familie Fritz früh auf Eigenständigkeit und Nachhaltigkeit. Bereits 2005 wurde ein Biomasseheizwerk zur Versorgung der betriebseigenen Gebäude errichtet und 2022 erweitert. Durch eine 300-kW-Photovoltaikanlage, das Wasserkraftwerk, das Biomasseheizwerk und ein 250-kVA-Notstromaggregat sind die Betriebe heute zu hundert Prozent energieautark.