Laut jüngsten Meldungen gibt es in Österreich 200.000 Personen, die ein Vermögen von mehr als einer Million Dollar besitzen. Trotzdem sind die Österreicher im internationalen Vergleich eher arm, was vor allem am mangelnden Immobilienbesitz liegt. Während in Griechenland ...
Laut jüngsten Meldungen gibt es in Österreich 200.000 Personen, die ein Vermögen von mehr als einer Million Dollar besitzen. Trotzdem sind die Österreicher im internationalen Vergleich eher arm, was vor allem am mangelnden Immobilienbesitz liegt. Während in Griechenland oder Italien vor allem im Eigentum gewohnt wird, besteht das Vermögen der Österreicher primär aus ungedeckten Schecks, nämlich billigen Wohnungsmieten und hohen Pensionszusagen. Um diese Zusagen einigermaßen einhalten zu können, ist die Steuer- und Abgabenbelastung in Österreich sehr hoch, was sowohl die private Vermögensbildung als auch den Kauf einer Wohn immobilie extrem erschwert. Denn anders als etwa in Dänemark werden unsere Pensionszahlungen ausschließlich von der arbeitenden Bevölkerung bezahlt, es wurden nie Rücklagen gebildet. Daher ist auch eine Rückführung unserer Abgabenquote auf ein erträgliches Niveau so schwierig.
Wenn wir wieder einigermaßen wettbewerbsfähig werden und unseren Wohlstand mehren wollen, wird es radikale Reformen brauchen. Vor allem erforderlich ist ein massiver Rückgang der Staatsquote, zumal der Staat seit Jahren der einzige Bereich ist, der wächst. Das bedeutet aber nur ein Ausgabenwachstum und nicht einen Anstieg der Wertschöpfung. Wohlstand entsteht ausschließlich durch Produktion und Dienstleistung und nicht durch Verwaltung und Verteilung. Statt der ewigen Neiddebatte samt Enteignungsfantasien sollten wir daher dringend daran gehen, einen größeren Kuchen zu backen. Denn sonst gibt es nichts mehr zu verteilen und wir werden alle immer ärmer.
Franz Wallig