Die 3. Inklusionswoche endete vergangene Woche Freitag bei Billa-Plus in Liezen. Mit dabei waren Jugendliche und erstmals auch Erwachsene mit Handicap. Eine Jobzusage erhielt rund ein Drittel der Teilnehmenden.
Jaquelines gelbe Kappe leuchtet hinter der Theke der ...
Die 3. Inklusionswoche endete vergangene Woche Freitag bei Billa-Plus in Liezen. Mit dabei waren Jugendliche und erstmals auch Erwachsene mit Handicap. Eine Jobzusage erhielt rund ein Drittel der Teilnehmenden.
Jaquelines gelbe Kappe leuchtet hinter der Theke der Backstube in der Billa-Plus-Filiale in Liezen hervor. Strahlend ist auch das Gesicht der 20-jährigen Teilnehmerin, die gerade dabei ist, frisches Gebäck einzutüten. Auf eigenen Wunsch konnte sie die ganze Woche über in dieser Abteilung verbringen, wo sie „zuerst mithelfen und dann sogar einiges selber backen durfte“, berichtet die Teilnehmerin. Warum gerade diese Abteilung ihr Interesse geweckt hat? „Ich backe auch zu Hause gerne, es macht mir einfach Spaß“, begründet sie ihre Wahl. Ob sie bleiben würde? „Ja, ganz sicher“, unterstreicht sie ihre Hoffnung auf eine Jobzusage. Jaqueline ist eine von 15 Personen, die an der mittlerweile dritten Inklusionswoche teilgenommen haben. Ins Leben gerufen wurde das Kooperationsprojekt zwischen der Supermarktkette und dem Netzwerk Berufliche Assistenz (NEBA), einem Teilbereich der Lebenshilfe Ennstal, im Jahr 2024. Zu ihrem Auftakt fand die Aktion als Pilotprojekt noch ausschließlich in der Billa-Plus-Filiale in Liezen statt, wurde jedoch aufgrund des großen Erfolgs bereits im Jahr darauf auf die ganze Steiermark ausgedehnt.
Schwieriger beruflicher Einstieg
Neben zehn Jugendlichen konnten heuer erstmals auch fünf Erwachsene in die Berufswelt des Lebensmittelhandels eintauchen. So unterschiedlich auch die Altersstruktur ist – eines haben die Teilnehmenden gemeinsam: den Unterstützungsbedarf beim Einstieg in die Arbeitswelt. Die Ursachen dafür sind vielfältig: „Ein fehlender oder negativer Schulabschluss, psychische Probleme, gesundheitliche Einschränkungen oder soziale Auffälligkeiten“, fasst Karoline Binder vom NEBA-Betriebsservice zusammen. Bei Billa und Billa-Plus werde man mit der Inklusionswoche seiner sozialen Verantwortung gerecht, sagt Markus Rockenbauer, Billa-Vertriebsmanager in den Bezirken Liezen und Leoben. In diesem Bereich verantworte er 13 Märkte, in denen derzeit 14 Lehrlinge ausgebildet werden würden. Einen Großteil davon umfasse die integrative Lehre, so Rockenbauer. Um Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen zu unterstützen, stehe man im engen Austausch mit dem Netzwerk Berufliche Assistenz der Lebenshilfe Ennstal, so Rockenbauer. Und auch während Inklusionswoche seien zwei NEBA-Mitarbeiterinnen täglich vor Ort gewesen. Einerseits, um zu unterstützen und andererseits, damit „wenn es zu einer Einstellung kommen sollte, man auf einer bereits aufgebauten Vertrauensbasis schnell und zielgerichtet handeln kann“, so NEBA-Leiter Klaus Herzmaier.
Weitere Kooperationen angestrebt
Fixe Job- und Lehrstellenzusagen werde es nach den abgeschlossenen Reflexionsgesprächen fünf bis zehn an der Zahl geben, schickt Markus Rockenbauer von Billa voraus. Bei 15 Teilnehmenden ist das eine Erfolgsquote von einem bis zwei Drittel. Generell zeigt man sich mit der diesjährigen Ausgabe der Inklusionswoche mehr als zufrieden, lobt Lebenshilfe-Ennstal-Geschäftsführer Andreas Steer, der die Kooperation mit der Supermarktkette auch in den kommenden Jahren fortführen wolle, wie er sagt. Die daraus gewonnenen Erfahrungen wolle man in weiterer Folge auch auf andere Branchen umlegen, beschreibt NEBA-Leiter Klaus Herzmaier die mögliche Ausdehnung des Projekts. Von besonderem Interesse sei eine Kooperation mit Industrie- und Handwerksbetrieben, so Karoline Binder.